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Foto: Musikverein Verlar
Musizieren in Zeit von Corona: Was sonst die Menschen zusammengebracht hat, muss nun allein erfolgen. Um in Übung zu bleiben, probten die Aktiven des Musikvereins Verlar in gebührendem Abstand voneinander.
Salzkotten

Musikverein Verlar startet Aufruf: Kein Konzert, aber DKMS-Spendenaktion

Freitag, 25. Dezember 2020 von Marion Heier

Am liebsten würde Guido Hunold Corona mal ordentlich den Marsch blasen, doch  dazu fordert das Virus viel zu viel Respekt ein. Der Vorsitzende des Musikvereins Verlar spricht für sein Team und sagt: „Wir stehen in den Startlöchern!“

Was sonst bleibt den Aktiven in einer Zeit übrig, in der Veranstaltungen brach liegen? Die Musiker jedenfalls sind bestens vorbereitet und haben auch was zu tun. So ganz still geworden war es im vergangenen halben Jahr nicht um den Musikverein Verlar.

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Im Sommer noch wurde draußen geprobt. Als es kälter wurde, bot sich das Heimathaus in Mantinghausen als Alternative an, bis dann auch da Schluss war. Doch der Musikverein blickt in die Zukunft. So etwa wird mit Hilfe ortsansässiger Firmen der Probenraum auf LED-Beleuchtung umgestellt. Auch kann dank der Bürgerstiftung Salzkotten und der hiesigen Volksbank Stoff für neue Uniformen samt dazugehöriger Wappenaufnäher bestellt werden. „So gehört der Nachwuchs auch optisch dazu, wenn es wieder richtig losgeht“, sagt Vorsitzender Guido Hunold.

Klangloser Heiligabend 

Eine schöne weihnachtliche Tradition fällt nun auch Corona zum Opfer.  Die „Weihnachtlichen Klänge“ an Heiligabend fallen aus. Dazu haben die Musikerinnen und Musiker bislang immer an vier markanten Standorten des Ortes für jeweils eine halbe Stunde musiziert und für den guten Zweck gesammelt. 

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Die Spenden aus den „Weihnachtlichen Klängen“ wären auch dieses Mal 1:1 an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gegangen. Noch im vergangenen Jahr erspielte der Musikverein eingeschlossen zusätzlicher hierfür angedachter Spenden satte 3.700 Euro an Heiligabend. Und weil ihnen die Aktion so am Herzen liegt, rufen sie dennoch zur Spendenaktion auf (s. Kasten). 

Zurück geht das Engagement auf ein Vereinsmitglied, in dessen Familie ein Angehöriger an Leukämie erkrankt war. Die Spendenbereitschaft sei kontinuierlich gestiegen, blickt Hunold zurück. Dabei habe der Musikverein in über 20 Jahren auch für andere Vereine wie „Nachbarn in Not“ gespielt. 

Planung steht

Was die Planung für 2021 angeht, so stehen die üblichen Termine – auch wenn sie vermutlich nicht oder in einem anderen Rahmen stattfinden werden. Trotzdem wird irgendwie geprobt, wenn auch nur im stillen Kämmerlein. Etwa fürs Frühlingskonzert, das sonst im Heimathaus Mantinghausen stattgefunden hat oder eben fürs eigene Schützenfest in Verlar und die Hochfeste der befreundeten Vereine in Schmerlecke-Seringhausen, Hörste, Holsen – Schwelle – Winkhausen und Ermsinghausen-Schwarzenraben. Während bei den großen Konzerten in der Halle das große Orchester mit kompletter Bläserbesetzung, Schlagzeug und Xylophon auffährt, wird die Instrumentierung mit kleiner Trommel und Pauke dem Marschieren angepasst. 

Starker Nachwuchs

Für seinen Nachwuchs ist der Verein stark am Ball. Kinder ab circa neun Jahren werden gegen eine kleine Übungspauschale etwa von Musikstudenten im Spielen eines Instrumentes unterrichtet. Nachwuchs ist im Musikverein Verlar immer willkommen und auch zusätzliche Lehrer werden jederzeit gesucht (Ansprechpartner s.u.). Gut 50 (von etwa 140 Vereinsmitgliedern insgesamt) aktive Mädchen und Jungen, Männer und Frauen aus Verlar und den umliegenden Dörfern spielen Klarinette, Saxofon, Schlagzeug oder Flügelhorn – sowie der Vorsitzende selbst. 

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Beliebt: das hohe Blech

Sind die jungen Musizierenden gut genug, geht es zunächst ins Jugendorchester und von da aus ins große Orchester. Derzeit sei das „hohe Blech“ sehr beliebt, weiß er. Geprobt wird, wenn es wieder anläuft, immer donnerstags ab 20 Uhr im 1. Obergeschoss des Hauses Kleinemeier. Da werden die Titel für Schützenfeste, Hochzeiten, kirchliche Anlässe, Konzerte, Ständchen und sonstige Veranstaltungen eingeübt.  

Freundschaft zählt

Außer dem Musizieren schweiße die Mitglieder eine wunderschöne Gemeinschaft zusammen, die über die Musik hinausgeht. „Die Jüngeren treffen sich oft privat, da sind echte Freundschaften entstanden“, so Hunold. Regelmäßig werden mit dem Theaterverein Verlar Kulturreisen unternommen so wie nach Köln zur Dombauhütte, nach Ahrweiler zum ehemaligen Regierungsbunker oder nach Nürnberg, wo mit dem Rad das ehemalige Reichsparteitagsgelände erkundet wurde. 

Es geht zum Wandern und Flanieren in die Region oder zum Probenwochenende, wo Klassiker wie „Der Böhmische Traum“ von den Egerländern, die „Schützenliesel“ und moderne Popliteratur einstudiert werden. Wieder einmal einen so herrlichen, satten Orchesterklang live erleben zu dürfen, darauf freuen sich schon alle. Hoffentlich zum nächsten Sommer.     

Spendenkonto

Auch wenn „Die weihnachtlichen Klänge“ an Heiligabend ausfallen, so können Interessierte für die DKMS spenden. Hierfür gibt es ein Spendenkonto (s.u.). Außerdem stehen Spendendosen bei der Bäckerei Tewes und der Tankstelle Schmidt (beide in Verlar) bereit. Auch kann ein Umschlag bei den Vorstandsmitgliedern abgegeben werden.

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Die Bankverbindung lautet:

DKMS, Kreissparkasse Tübingen, IBAN DE54 6415 0020 0001 6893 96, BIC: SOLADES1TUB. Verwendungszweck: BEZ889 Harmonie Verlar

                                 


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