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Zwei Müllmänner schieben eine Mülltonne ans Müllfahrzeug.
Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Die Kosten für die Müllabfuhr unterscheiden sich von Kommune zu Kommune zum Teil sehr stark.
NR-Land

Müll- und Abwassergebühren: So schneidet die Region im NRW-Vergleich ab

Mittwoch, 12. August 2020 von Franz Purucker

Die Stadt Salzkotten hat es in der aktuellen Erhebung der Abwassergebühren durch den Bund der Steuerzahler (BdSt) unter die 14 günstigsten Kommunen geschafft. Die Gebühr liegt bei 434,60 Euro – Platz 13! 

Im Kreis Paderborn wird dies nur von Hövelhof mit 389,50 Euro unterboten. Am günstigsten ist das Abwasser mit 246,50 Euro in Reken (Kreis Borken).

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 Gerechnet hat der BdSt mit einem Vier-Personen-Haushalt, 200 Kubikmetern Frischwasserverbrauch und 130 Quadratmetern versiegelter Fläche.Weit entfernt von diesen Preisen sind die anderen Kommunen im NR-Land.

Aber: Manche Kommunen in NRW sind noch teurer. Die teuersten verlangen mehr als 1.000 Euro für das Abwasser bei dieser Musterrechnung.

„Wie viel die Bürger zahlen müssen, hängt ganz stark davon ab, wie die Städte und Gemeinden ihren Gebührenbedarf berechnen“, erklärt der BdSt-Vorsitzende Rik Steinheuer. 

Aktuell unterstützt der BdSt NRW einen Musterprozess vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Das Gericht soll klären, ob die Kalkulationsgrundlagen haltbar sind.

Der BdSt spricht von „realitätsfernen Zinsen“ von mehr als sechs Prozent. „Wir werden die Bürger im kommenden Jahr dazu aufrufen, gegen ihren Abwassergebührenbescheid 2021 Widerspruch einzulegen“, kündigt Steinheuer an. „So können sie von dem Musterprozess profitieren, wenn das Gericht zu dem Schluss kommen sollte, dass die Kalkulationsmodalitäten zugunsten der Verbraucher geändert werden müssen.“

Dies könnte Geseke und Salzkotten treffen: Die Hellweg-Stadt kalkuliert laut BdSt mit einem Nominalmischzinssatz von 5,56 Prozent, die Sälzerstadt mit einem Eigenkapitalzinssatz von 4 Prozent und Fremdkapitalzinssatz von 6,31 Prozent. Diese Zinsen zahlen sich die Kommunen für ihre Investitionen aus, landen also im städtischen Haushalt.

Positiv wertet der BdSt, dass zumindest Geseke, Salzkotten und Bad Wünnenberg bei ihren Abwassergebühen den Anschaffungswert der Anlagen und nicht den viel höheren Wiederbeschaffungswert als Grundlage annehmen.

Auch die Abfallgebühren hat der BdSt verglichen und dabei mit einem Vier-Personen-Haushalt, 120 Liter Restmüllbehälter, 120 Liter Bioabfallbehälter und Papierabfall in haushaltsüblicher Menge kalkuliert.

Die NR-Land-Kommunen schneiden im NRW-weiten Vergleich gut ab (siehe Grafik). Die landesweit preisgünstigste Kommune ist mit 106 Euro Kall, die teuerste Leichlingen mit 327,07 Euro. 

„In den meisten Städten gibt es Sparpotenzial, wenn die Bürger eine kleinere Tonne oder einen längeren Abfuhrturnus wählen können“, sagt Steinheuer. „In Münster (teuerste Stadt in NRW) könnte ein Haushalt im besten Fall 336 Euro im Jahr sparen, wenn er Müll vermeidet und sorgfältig trennt.“ Er appelliert an die Städte und Gemeinden, den Bürgern die Wahl der Tonnengröße und des Abfuhrrhythmus zu ermöglichen. (

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