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Flugdrone von Dronamics die künftig am Paderborn-Lippstadt-Airport in Büren-Ahden abheben soll
Foto: Dronamcis
Solche unbemannten Drohnen könnten künftig Fracht durch Deutschland transportieren. Ein Abflugort könnte der Paderborn-Lippstadt-Airport sein.
Büren

Insolvenz beendet: Diese Flugdrohnen könnten bald am Airport abheben

Montag, 3. Mai 2021 von Franz Purucker

Der Paderborn-Lippstadt-Airport hat das Insolvenzverfahren abgeschlossen und gilt nun als erfolgreich saniert. „Wir haben nun ein überlebensfähiges Unternehmen erschaffen“, so Flughafenchef Marc Cezanne. Insgesamt kostet die Sanierung 12,5 Millionen Euro, die vor allem die Gesellschafter zahlen, darunter die Kreise Paderborn, Soest und Hochsauerland. „Da war viel Überzeugungsarbeit nötig“, so der Generalbevollmächtigten Yorck Streitbörger.

Die Stadt Bielefeld hat sich bereits als Gesellschafter verabschiedet, die Kreise Gütersloh und Lippe wollen ausscheiden. „Ich bin sicher. Sie werden es in ein paar Jahren bereuen“, sagte Streitbörger dazu. Dadurch wird der Kreis Paderborn bald fast 78 Prozent des Airports halten.

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Im Zuge der Insolvenz müssen die Gläubiger – die größten sind die Sparkasse Paderborn, die Kommunale Zusatzversorgungskasse und die Agentur für Arbeit – auf drei Viertel ihrer Forderung verzichten, insgesamt 4,5 Millionen Euro. Regionale Lieferanten seien wiederum nicht betroffen.

Das Insolvenzverfahren hatte vor allem das Ziel, die Kosten zu senken: Die Zuschüsse sinken von jährlich 5 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro. Ab 2022 übernimmt der Bund die Kosten der Flugsicherung, sodass sogar eine schwarze Null möglich sein könnte.

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Besonders beim Personal wurde der Rotstift angesetzt, viele Tätigkeiten extern vergeben und die Belegschaft von 170 auf nun 64 Mitarbeiter verkleinert. Viele Tätigkeiten werden nun von der Flughafenfeuerwehr übernommen, zum Beispiel das Tanken der Flugzeuge und die Besetzung der Zentrale. Auch in die sogenannten Bodendienste ist die Feuerwehr nun noch stärker eingebunden.

Der Insolvenzverwalter Yorck Steitbörger ist überzeugt: „Andere Flughäfen werden unserem Beispiel folgen.“ Viele Flughäfen setzen aktuell auf Kurzarbeit, die aber zum Jahreswechsel auslaufen wird.
Außerdem verbietet das EU-Beihilferecht, defizitäre Flughäfen finanziell zu stützten. Lediglich sogenannte hoheitliche Aufgaben und Investitionen sind zulässig.

Die Aussichten sind gut: Ab 3. Juni fliegt Pegasus Flüge ins türkische Antalya, Air Mediterranean ab 19. Juni in die kosovarische Hauptstadt Priština, Lufthansa ab Juli zum Drehkreuz München und Corendon plant ab 21. Juni Verbindungen nach Griechenland und ab Anfang Juli nach Antalya. GreenAirines, fliegt aktuell Sylt an und will ab Juli Kreta, Kos und Rhodos sowie Mallorca und Zürich anbinden. Insgesamt werden dieses Jahr 1.200 Linienflüge mit 180.000 bis 190.000 Passagieren erwartet.

Unterdessen werden auch neue Geschäftsfelder erschlossen: So fanden am Airport im Lockdown sogenannte Parabel-Flüge statt, bei dem Flugzeuge im Sturzflug für kurze Zeit Schwerelosigkeit und damit besondere Forschungen ermöglichen. Außerdem ist der Airport als einer von drei deutschen Flughäfen eine Partnerschaft mit dem bulgarischen Start-up Dronamics eingegangen, das Frachtdrohnen bis zu 2.500 Kilometer weit fliegen lassen will.

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Marc Cezanne sieht in der Elektrofliegerei einen Zukunftsmarkt. Schon bald könnten 300 bis 400 Kilometer weite Flüge leise und mit weniger CO2-Ausstoß, möglich sein. „Wir wollen vorne mit dabei sein“, so Cezanne und unterstreicht, dass kleine Flughäfen dafür ideale Bedingungen böten und ihre Daseinsberechtigung unterstrichen werde.

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