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Foto: Sven Leutnant
In die Martin-Luther-Kirche in der Geseker Innenstadt wird neues Leben einziehen. Die Rede ist von Wohn- und Geschäftsräumen. Die äußere Ansicht wollen die Käufer des Gebäudes aber erhalten.
Geseke

Martin-Luther-Kirche wird ein zweites Leben eingehaucht

Donnerstag, 3. September 2020 von Heike Tebbe

Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt Geseke ist ein Gotteshaus in „weltlichen“ Besitz übergegangen: Zwei Investoren aus Lippstadt haben die evangelische Martin-Luther-Kirche in der Geseker Innenstadt gekauft. Bevor die Umbauarbeiten beginnen können, wird die Kirche in einem feierlichen Akt entwidmet.

Die Nachricht vom Verkauf überbrachte Pastorin Kristina Ziemssen jetzt auf einer Gemeindeversammlung. Für viele Gläubige eine emotionale Botschaft: Schließlich war die Kirche „Auf dem Stifte 11“ fast 90 Jahre die geistige Heimat der evangelischen Christen in Geseke. 

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„Sie hat in ihren Mauern Freud und Leid, Trubel und Besinnung, Beglückendes und Schwieriges erlebt. Sie war unser Ort in dieser Stadt,“ sagte die Pastorin mit Blick auf viele besondere Momente in der Martin-Luther-Kirche. 

Trotz des durch den Kauf besiegelten Abschieds von „ihrer“ Kirche blickt die Gemeinde positiv nach vorn. Dazu gibt es auch guten Grund: Die beiden Käufer, der Lippstädter Rechtsantwalt und Notar Franz-Josef Tigges und sein Schwiegersohn, der Architekt Alexander Lempke, wissen um die Bedeutung der Kirche für die Gemeinde – und um ihren architektonischen Reiz. Sie wollen das äußere Bild erhalten und im Innern einen modernen Kontrast schaffen, wahrscheinlich Büro- und Wohnräume. 

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Das 40 Jahre alte Bodelschwingh-Haus, in dem bereits seit einiger Zeit Gottesdienste stattfinden, wird hingegen barrierefrei umgebaut und umfassend modernisiert. Unter anderem ist ein Anbau vorgesehen, in dem ein „Kirchraum“ entstehen soll. 

Besonders schön für die Gemeinde: Die fast 400 Jahre alten Glocken aus dem Turm der Martin-Luther-Kirche, die in den 1930-Jahren nach Geseke kamen, sollen ausgebaut und mit weiteren Glocken zu einem Geläut am Bodelschwingh-Haus aufgebaut werden.

• Beschluss steht seit 2019

Der Verkauf des Gotteshauses kommt für die Gemeinde nicht überraschend: Schon Anfang 2019 hatte das Presbyterium schweren Herzens den Entschluss gefasst, sich von der Kirche zu trennen. „Wir müssen sie aufgeben, weil wir einfach zu viele Gebäude haben, die wir in den kommenden Jahren weder unterhalten noch instandsetzen können“, so Pfarrerin Ziemssen vor der Gemeinde. Zu den Käufern habe man großes Vertrauen: „Wir sind uns sicher, dass unsere Kirche bei den Käufern in guten Händen ist.“

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Abschied von der Kirche

Am 3. Oktober wird die Martin-Luther-Kirche entwidmet. Das heißt, sie hört auf, Gottesdienstort zu sein und wird in einen „weltlichen“ Ort umgewandelt.

Ein letzter festlicher Gottesdienst findet an dem Tag draußen vor der Kirche statt. Danach geht die Gemeinde in einer Prozession zum Bodelschwingh-Haus. Superintendent Dr. Manuel Schilling wird die Gemeinde durch diesen Tag begleiten.

Den ganzen September über können Gläubige Abschied von der Martin-Luther-Kirche nehmen. An jedem Donnerstag und Samstag öffnen sich dazu von 17 bis 19 Uhr die Kirchentüren, am 1. Oktober das letzte Mal. 

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Details und weitere Informationen finden Interessierte im Gemeindebrief unter www.evangelisch-in-geseke.de


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