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Ein Mädchen hält sich in einer Ecke die Hände vors Gesicht. Vor ihr liegt ein Teddybär.
Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Als es zu den ersten Begegnungen mit Freiern kam, war die junge Frau noch minderjährig.
Salzkotten / Geseke

Mann bot seine Freundin im Internet zum Sex an: Nun steht er vor Gericht

Mittwoch, 11. November 2020 von Franz Purucker

Menschenhandel und Zuhälterei wirft der Staatsanwalt einem 30 Jahre alten Mann aus Soest vor. Die Taten sollen vorrangig in Lipperode im Kreis Soest, aber auch im Salzkottener Ortsteil Mantinghausen passiert sein.

Der Prozess beginnt mit sechs Wochen Verspätung am Landgericht in Paderborn. Der Vorwurf: Der Mann soll seine damals 17, später 18 Jahre alte Freundin im Internet zur Prostitution angeboten haben. In sechs Fällen kam es laut Anklage zum Sex. Die Einnahmen soll der Angeklagte weitgehend behalten haben. Nur 15 bis 20 Prozent davon erhielt die Frau.

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Es handelt sich bei dem Gerichtsprozess um eine Revisionsverhandlung: In der erster Instanz hatte der Beschuldigte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren erhalten. In dem neuen Prozess soll die Schuldfähigkeit des Angeklagten überprüft werden, der erklärt hatte, als Kind selbst vom Vater sexuell missbraucht worden zu sein.

Das brisante: Das Opfer im aktuellen Prozess soll psychisch von dem Mann abhängig gewesen sein. Das Tatmuster kommt immer öfter vor. Die Rede ist von der sogenannten Loverboy-Methode. Der Täter gibt dabei vor Schulden zu haben und dass er sich eine gemeinsame Zukunft nur vorstellen kann, wenn sie durch die Prostitution für Einnahmen sorgt.

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Geht die Frau darauf ein, wird sie durch psychische und oft auch körperliche Gewalt dazu gedrängt, weiter für ihn anschaffen zu gehen. Die Zahlen von Menschenhandel und Prostitution steigen.

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