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Der Leiter des Flughafens im Porträt
Thema der Woche

Luftfahrt-Branche in der Krise: Was macht der heimische Flughafen?

Sonntag, 3. März 2019 von Franz Purucker

Aktuell ist es schwierig, Fluglinien schnell profitabel zu machen. Cezanne nennt zwei Beispiele: Lufthansa fliegt von Paderborn nach Frankfurt – eine beliebte Umsteigeverbindung in alle Welt. Bis diese Linie das heutige Niveau erreicht hat, vergingen jedoch zwei Jahre. 

Das jüngste Beispiel: Nach entsprechender Bedarfsabfrage in der Wirtschaft etablierte der Flughafen gemeinsam mit Adria Airlines Verbindungen nach Wien, Zürich und London. Bereits nach einigen Monaten war aber Schluss. „Die Airline und der Flughafen konnten sich eine längere Anlaufphase finanziell nicht leisten“, so Cezanne. In solchen Fällen unterstützt der Flughafen die Gesellschaft mit einer sogenannten Risikoteilung. 

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Flughafen
Eine Maschine der Lufthansa auf dem Rollfeld des Paderborn-Lippstadt-Airports.

Mit Billigfliegern ist kein wirtschaftlicher Betrieb möglich 

Auch Billigflieger wie Ryan Air würden gerne ab Paderborn-Lippstadt fliegen, haben aber hohe Ansprüche: „Unser Geschäftsmodell besteht nicht darin, zusätzliche Flugangebote und steigende Passagierzahlen durch nicht kostendeckende Entgelte zu erkaufen“, erklärt Cezanne. „So lässt sich unser Flughafen nicht wirtschaftlich betreiben.“

Immerhin stehen auch in Paderborn neue Airlines in den Startlöchern: Ab Sommer soll eine neue Fluggesellschaft Urlauber des  Reiseveranstalters Tui von dort aus ausfliegen.

Außerdem gibt es erste Gespräche mit anderen Airlines, die die von Adria Airlines eingestellten wichtigen Verbindungen nach Wien und Zürich übernehmen sollen. „Am liebsten wäre uns ein Partner aus diesen Ländern“, so Cezanne.

Insgesamt steht der Airport vergleichsweise gut da: Die Millionenverluste ergeben sich vor allem aus Abschreibungen und Investitionen, das operative Geschäft schreibt aber eine schwarze Null, was auf zahlreiche Konsolidierungsmaßnahmen der letzten Jahre zurückzuführen ist. „Wir haben die Kosten, wo es ging, senken können.“ Aber: „Wir müssen jetzt auf der Erlösseite mehr erwirtschaften.“

Ein Flugzeug auf der Landebahn bei Nacht
Der Flughafenchef ist überzeugt. Mit Billigfliegern lässt sich kein Geschäftsmodell aufbauen.

Nachbarflughafen lebt von Zuschüssen des Landes Hessen

Kein leichtes Ziel: In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Flughafen Kassel-Calden, der vom Land Hessen mit Millionen gestützt wird, während der Paderborner Airport, wie alle vier Regionalflughäfen in NRW nur bedingt Zuschüsse erhält.

Aber: Die EU schreibt ab 2024 vor, dass Flughäfen profitabel wirtschaften müssen, was in Kassel-Calden und Dortmund eine Herausforderung werden dürfte. Dabei werden Investitions- und Abschreibungskosten sowie sicherheitsrelevante Kosten wie die Flughafen-Feuerwehr jedoch rausgerechnet, sodass der Paderborn-Lippstadt-Airport schon heute diese Kriterien erfüllen würde.

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