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Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
NR-Land

Wo das Handynetz noch Löcher hat

Samstag, 16. November 2019 von Franz Purucker

Die Bundesnetzagentur bietet Nutzern über eine spezielle App die Möglichkeit, in ihrer Region das Mobilfunknetz zu messen und die Daten der Behörde zur Verfügung zu stellen.

Nun wurden die ersten dieser Daten veröffentlicht. Auch fürs NR-Land liegen Datensätze vor. Das Ergebnis: In zwei Gebieten haben alle Netzbetreiber große Probleme: Zum einen der Bürener Wald zwischen Brenken und Haaren und zum anderen im Waldgebiet südlich von Harth-Ringelstein.

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Daten von der Bundesnetzagentur noch lückenhaft

Insbesondere im Netz von Vodafone gibt es noch deutlich mehr Lücken. Als wir in Ausgabe 30-2018 über den Ausbau des Mobilfunknetzes berichtet haben, waren die meisten Lücken im Netz von o2 aufgetreten. Bei o2 zeigen sich auch in den neuen Daten stellenweise Probleme, insbesondere nördlich von Delbrück. Aber das Unternehmen schlägt sich  besser als Vodafone. Wohl auch weil die Mutterfirma Telefonica in der Vergangenheit in neue Funktürme investiert hat und der Netzzusammenschluss mit e-plus endlich abgeschlossen ist.

Hier hat das Mobilfunknetz noch Lücken. Grafik: Franz Purucker

Am besten schneidet wieder die Telekom ab. Regionen ganz ohne Netz gibt es wenige. Südlich von Büren und westlich von Steinhorst steht kein Datennetz zur Verfügung, das Telefonieren ist jedoch überall möglich. Die Telekom hat bis Oktober einen neuen Sendemast in Bad Wünnenberg und zwei in Büren in Betrieb genommen, um Lücken zu schließen. 14 weitere Masten sollen bis 2022 folgen. 

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Die Daten der Bundesnetzagentur sind aber mit Vorsicht zu genießen. Es handelt sich lediglich um eingesendete Nutzerdaten der App. Für viele Bereiche liegen gar keine Daten vor, weil dort noch keiner mit der App gemessen hat oder nur mit bestimmten Netzen. 

Die gewonnen Daten will auch der Kreis Paderborn nutzen, um Funklöcher zu identifizieren. 

Nicht immer liegt der schwarze Peter bei den Netzbetreibern. In unserer Karte finden sich zwei Standorte von Funktürmen der Deutschen Funkturm GmbH, die die Türme an die Mobilfunkanbieter vermietet, wo es aufgrund schleppender Bauanträge mit dem Ausbau nicht vorangeht: Darunter ein Turm in der Nähe von Ahden.

Die Stärke des Mobilfunknetzes hängt auch von der verwendeten Netztechnik ab. 4G ist stärker als 3G.

Ein weiteres Problem sind die Umgebungen der Nutzer: Bauliche Begebenheiten können ebenfalls Schuld sein, wenn das Handy nicht funktioniert, wie Heiner Knaup aus Salzkotten berichtet: „Wenn ich mein Handy im Haus habe, habe ich fast nie die Möglichkeit, zu telefonieren.“ Im Vodafone-Shop sagte die Mitarbeiter ihm, es könnte an der Fußbodenheizung liegen.

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Mögliche Lösung: Voice over Wifi (VoWifi; engl.: Stimme über WLAN). Dabei wird das Telefonsignal per WLAN über die eigene Breitbandverbindung im Haus zum Mobilfunkanbieter geleitet. Die meisten aktuellen Handy unterstützen diese Technik, jedoch muss diese oft im Handy erst aktiviert werden. 

Um VoWifi nutzen zu können, muss aber auch der Anbieter mitspielen: Wie beim LTE-Zugang ist dies meist nur bei den teuren Original-Tarifen der Netzbetreiber möglich, nicht bei Discounter-Angeboten. 

Bei der Telekom nennt sich der Service „WLAN Call“, bei Vodafone „WifiCalling“ und bei Telefonica o2 „WLAN-Telefonie“.

Das Thema Mobilfunkausbau ist in zwei Wochen auch Thema im Delbrücker Rat. Die CDU fragt in ihrem Antrag, was getan werden muss, um den Mobilfunkausbau voranzutreiben.

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Das Problem: Anders als beim Breitbandausbau können die Kommunen beim Mobilfunkausbau nicht auf Fördermittel zurückgreifen oder selber bauen. Lücken in der Mobilfunkversorgung lassen sich nur in Zusammenarbeit mit den drei großen Netzbetreibern schließen. 

Zumindest die Telekom hat mit der Aktion „Wir jagen die Funklöcher“ zur Zusammenarbeit eingeladen. (F. Purucker)

Hier geht es zur Messungsapp der Bundesnetzagentur für Android-Handys und hier für Apple-Geräte.

Die komplette Karte mit allen Funklöchern und diversen Filterfunktionen finden Sie hier.

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