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Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
NR-Land

Wo das Handynetz noch Löcher hat

Samstag, 16. November 2019 von Franz Purucker

Noch immer gibt es auch im NR-Land Stellen ohne funktionierendes Handynetz. Außerdem gibt es große Flächen, wo zwar das Telefonnetz funktioniert, aber keine Internetverbindung möglich ist. Nun gibt es erste Daten der Bundesnetzagentur, die die Lücken bei der Mobilfunkversorgung aufzeigen.

„100% Mobilfunkabdeckung“ – mit diesem Antrag ist die CDU im Paderborner Kreistag vorgeprescht, um Lücken in der Mobilfunkversorgung schließen zu wollen.

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Doch was genau soll da geschlossen werden? 2G, 3G, 4G, 5G – mit diesen Fachbegriffen wird in solchen Diskussionen schnell umher geworfen. 

Um das zu verstehen, ist ein kleiner Geschichtsexkurs nötig: Das klassische mobile Telefonnetz ist das so genannte 2G-Netz und wurde Anfang der 90er Jahre in Deutschland in Betrieb genommen. An die Übertragung von Daten, Radiohören übers Handy und das Streamen von Filmen hat damals noch keiner gedacht. 

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Erst 1999 kommt mit dem GPRS-Standard die mobile Datenübertragung dazu. Die ersten Webseiten nennen sich WAP-Seiten und sind speziell fürs Handy optimierte Seiten, die auf den damals vorherrschenden schwarz-weiß Displays dargestellt werden. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist etwa mit der einer alten ISDN-Leitung vergleichbar. Heute wird dieses Netz im Display mit 2G, GPRS oder EDGE angezeigt.

Danach geht es recht schnell: Schon 2002 kommt das UMTS-Netz und wird gut angenommen: 2008 besitzen bereits 62 Prozent aller Deutschen ein internetfähiges Handy.

Das Netz wurde inzwischen auf den darauf aufbauenden HSDPA-Standard umgebaut. Wenn im Handy-Display 3G angezeigt wird, dann ist genau dieses Netz gemeint.

Was die Politiker in Paderborn jedoch mit Mobilfunkausbau meinen, betrifft das 4G- und 5G-Netz. Ersteres gibt es in Deutschland seit 2014 und bietet Übertragungsgeschwindigkeiten von 300 bis 400 Megabit pro Sekunde – das ist schneller als viele DSL-Anschlüsse. Das Netz ist im NR-Land erstaunlich gut ausgebaut (siehe Seite 14). Aber: Die Mobilfunkanbieter haben das Netz nur ihren gut zahlenden Kunden zugänglich gemacht. In den meisten Discount-Tarifen kostet das Netz entweder extra oder ein Zugang ist gar nicht möglich. 

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Das 5G-Netz befindet sich gerade im Aufbau und ist nur in wenigen Großstädten verfügbar, wird jedoch eine Zukunftstechnologie sein, da damit autonomes Fahren und industrielle Prozesse in Echtzeit möglich werden. Die Telekom und Vodafone werben bereits mit diesem Netz, obwohl es kaum 5G-fähige Handys gibt.

Wer unter schlechtem Empfang leidet, während der Nachbar sogar Filme über das Handy schaut, dann liegt es am Netzzugang (4G) oder an der Wahl des Mobilfunknetzes. Denn auch davon hängt entscheidend der Netzempfang ab, wie wir auf der zweiten Seite berichten.

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