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Ordensschwester beim Morgengebet.
Foto: Franz Purucker
Die als Alexandra Völzke geborene Ordensschwester Maria Alexandra beim morgendlichen Gebet im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten.
Thema der Woche

So sieht der Tag einer Ordensschwester im Salzkottener Mutterhaus aus

Samstag, 11. April 2020 von Franz Purucker

Ab etwa 6.30 Uhr füllt sich die Kirche am Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten. Jeden Tag um 6.45 Uhr (am Sonntag 7.15 Uhr ) beginnen die Schwestern mit dem Morgengebet – der Laudes – und der anschließenden Eucharistiefeier ihren Tag.

Die Franziskanerinnen haben bereits seit 1863 ihren Provinzsitz in der Sälzerstadt und sind im Stadtbild bekannt. Seit 2014 leben auch Schwestern des zweiten Ordens des Heiligen Franziskus, die Klarissen, im Mutterhaus in Salzkotten. Sie haben vor sechs Jahren ihr Kloster in Paderborn verlassen.

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Immer wieder werden die Schwestern auf der Straße angesprochen mit dem Wunsch, für Kranke oder Not Leidende zu beten. Im Vorraum der Kirche gibt es zudem ein Buch, in das Gläubige ihre Gebetswünsche schreiben können. Viele Anliegen gehen auch über die Website www.fcjm.de ein.

Morgendliches Gebet: Nach und nach füllen sich die Reihen im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten.
Foto: Franz Purucker

Heute leben etwa 80 deutsche Schwestern mit dem ewigen Gelübde und führen ein Leben in „Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit“ – so beschreiben die „Evangelischen Räte“ dieses Leben. Bis zur sogenannten Ewigen Profess ist es aber ein langer Weg.

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Die jüngste Ordensschwester bei den Franziskanerinnen in Salzkotten ist Alexandra Völzke, die sich seit ihrem Eintritt Schwester Maria Alexandra nennt. Im Alter von gerade einmal 30 Jahren hat sie sich der Ordensgemeinschaft verschrieben.

Eine Frau von Traurigkeit ist die heute 42-Jährige aber keinesfalls. Sie lacht und berichtet begeistert von ihrem Leben in der Gemeinschaft. „Die Schwestern sind wie eine Familie“, so die gläubige Christin. Sie verbringt letztlich den ganzen Tag in dieser Familie.

Neben den gemeinsamen Gebeten gilt die Sorge der Schwestern besonders armen und benachteiligten Menschen. Aber es gibt auch Spieleabende und Bibelstunden.

Anders als Nonnen, zu denen beispielsweise die Klarissen zählen, gehen die Ordensschwestern der Franziskanerinnen neben ihrem Gemeinschaftsleben einem Beruf nach. Arbeitsbeginn ist in der Regel um 8.30 Uhr.

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Früher arbeiteten die Ordensschwestern oft als Lehrerinnen, Krankenschwestern und pastorale Mitarbeiterinnen. Die Franziskanerinnen haben auch das Salzkottener St. Josefs-Krankenhaus aufgebaut, das 2013 komplett von der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH übernommen wurde. Noch heute arbeiten Schwestern in den vom Orden geführten Seniorenheimen in Salzkotten und Marsberg.

Aber auch außerhalb der Kirche sind viele der Schwestern tätig. Alexandra Völzke war neben ihrer Tätigkeit als Ordensschwester jahrelang als Hausärztin in Salzkotten beschäftigt – heute führt sie unter anderem Schulklassen durch das Mutterhaus und ist beim Erzbistum angestellt. 

Auf der nächsten Seite lesen Sie vom Weg der jungen Frau vom Noviziat über das erste Gelübde bis hin zur Ewigen Profess. Außerdem erfahren Sie, wie Schwestern versorgt werden, die den Orden verlassen.

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