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Bedrückend: Die Zahl der gefundenen Kinderpornografien ist stark gestiegen. Ein großer Teil der Taten konnte in diesem Zusammenhang aufgeklärt werden. Montage: Polizei Paderborn/Shutterstock
Foto: Polizei Paderborn/Shutterstock (Montage)
Bedrückend: Die Zahl der gefundenen Kinderpornografien ist stark gestiegen. Ein großer Teil der Taten konnte in diesem Zusammenhang aufgeklärt werden.
Thema der Woche

Kriminalität auf niedrigem Niveau, aber deutlich mehr Sexualdelikte

Sonntag, 14. März 2021 von Franz Purucker

Insgesamt gesehen konnten die Polizeibehörden in den Kreisen Paderborn und Soest positive Nachrichten vermelden. Sowohl die Zahl der Straftaten als auch die Verkehrsunfälle sind auf einem niedrigen Niveau, meistens sogar rückläufig.

Dies ist auch eine Folge der Corona-Pandemie: Viel weniger Menschen sind in Kneipen unterwegs, was beispielsweise zu weniger Schlägereien führt.
Mehr Einbrüche und Online-Betrug

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Gerade unter diesem Aspekt überrascht die Statistik: So hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Paderborn trotzdem um 40 Fälle auf 304 leicht erhöht. „Wir hatten 2019 eine sehr niedrige Zahl, die nun leicht gestiegen ist“, erklärt Corinna Koptik, Pressesprecherin bei der Paderborner Polizei. Weiterhin gäbe es für Einbrecher genügend Gelegenheiten, die die Kriminellen ausnutzen.

Im Kreis Soest sank die Zahl der Wohnungseinbrüche auf ein historisches Tief von 241, wobei es bei der Hälfte der Fälle beim Versuch blieb. Jeder dritte Einbruch wurde im Kreis Soest sogar aufgeklärt – damit liegt der Kreis NRW-weit vorne.

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Großer Schwerpunkt in beiden Kreisen waren Straftaten gegen die „Sexuelle Selbstbestimmung“, die um zwei Drittel zunahmen. Besonders stark stieg die Verbreitung pornografischer Schriften, womit überwiegend Kinderpornografie gemeint ist.

Die Zahl der Taten hat sich im Kreis Paderborn von 43 auf 158 mehr als verdreifacht, im Kreis Soest von 44 auf 78 verdoppelt. „Nachdem große Fälle wie Lüdgde bekannt wurden, geht die Öffentlichkeit mit dem Thema wesentlich sensibler um“, so Koptik. Ein weiterer Grund ist ein intensiveres Überwachen in sozialen Netzwerken. So lässt sich wohl auch die hohe Aufklärungsquote von 89 Prozent im Kreis Paderborn erklären. Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und sexuelle Nötigung sind etwa konstant.

Auch der Online-Bestellboom in Corona-Zeiten zeigt sich in der Kriminalitätsstatistik – nämlich im Bereich des „Waren- und Kreditbetruges“. Darunter fallen alle Betrügereien etwa bei eBay-Kleinanzeigen, unseriöse Händler auf der Amazon-Plattform und anderweitige Betrugsdelikte. „Es tummeln sich im Netz viele Betrüger“, warnt Koptik.

Auch die „Straftaten gegenüber älteren Menschen durch überörtliche Täter“ – gab es im Kreis Paderborn 145 Mal, im Kreis Soest 266 Fälle. Darunter fallen alle Maschen, wo sich Täter unter anderem als Enkel, Polizisten oder Notare ausgeben und versuchen Geld zu erbeuten. Nur in 13 Fällen agierten die Täter aus dem Kreis Paderborn, drei Täter wurden im Kreis Soest festgenommen.

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Die Geldboten sind oft nur kleine Rädchen, die Anrufe kommen aus der Türkei. Im Kreis Soest ist die Zahl der Taten zwar rückläufig, allerdings machen die Betrüger immer höhere Beute.

Den mit Abstand größten Anteil der Taten entfällt auf Diebstähle, wobei es die Täter im Kreis Paderborn vor allem auf Fahrräder und Autos (plus 34 Prozent) abgesehen haben. „Besonders E-Bikes, die sich teuer verkaufen lassen, sind für die Täter interessant“, so Koptik.

Eine besondere Entwicklung gibt es im Bereich der Drogenkriminalität: Insgesamt gelang es den Paderborner Beamten mehrfach, Drogendealernetzwerke zu zerschlagen. Die Zahl der Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz geht im Kreis Paderborn um 14 Prozent zurück. Gleichzeitig wurden mehr Fahrer mit Drogen hinterm Steuer erwischt.

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