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Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Drogendelikte spielen in der Kriminalitätsstatistik der Region weiterhin eine große Rolle.
NR-Land

Kriminalität auf historischen Tiefstand

Sonntag, 8. März 2020 von Franz Purucker

Die Kriminalität im Kreis Paderborn hat mit 15.387 Taten den statistisch niedrigsten Wert seit 30 Jahren erreicht und auch im Kreis Soest gibt es mit 15.986 Straftaten einen Rückgang zu verzeichnen. Im NR-Land ist das etwas anders.

Nur in Salzkotten und Büren gab es insgesamt weniger Straftaten. In Delbrück stieg die Zahl leicht um ein Prozent, wobei sich dabei kein Schwerpunkt erkennen lässt.

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In Geseke und Bad Wünnenberg hat vor allem die Betäubungsmittelkriminalität – also Drogendelikte – zugenommen: In Geseke stieg die Zahl um 12 Prozent, womit die Stadt im Trend des Kreises Soest liegt, wo die Zahl der Taten um 23 Prozent zunahmen. Die Polizei reagiert darauf mit verstärkten Kontrollen und erreichte im Vorjahr eine Aufklärungsquote von 90 Prozent.

Die Zahl der Straftaten aufgeschlüsselt nach Städten und Delikten. Grafik: Franz Purucker

Im Kreis Paderborn ist die Zahl der Drogendelikte in allen Städten rückläufig oder gleichbleibend, außer in Bad Wünnenberg, wo die Zahl der Delikte um 49 auf nun 79 Taten zunahm (+163 Prozent). Hintergrund ist aber ein Fahndungserfolg der Polizei: Dort konnte die Polizei einen Drogenhändler ermitteln und über die Auswertung seines Mobiltelefones weitere Täter ausfindig machen. Auffallend hoch, aber gleichbleibend, ist die Zahl in Büren.

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Besonders stark rückläufig ist die Zahl der Wohnungseinbrüche, die sich im NR-Land in allen Städten mehr als halbiert haben. Die Polizei hatte nach einer Häufung in den letzten Jahren eine Ermittlungsgruppe „Wohnung“ gegründet, die sich gezielt für solche Taten annahm und das mit Erfolg: Schon Ende 2018 konnten einige reisende, aber auch lokale Täter und Tätergruppen ermittel werden. Trotzdem: Die Aufklärungsquote liegt bei nur 18,6 Prozent.

Mehr Rohheitsdelikte und Sexualstaftaten

Die mit Abstand größte Deliktgruppe bleiben die Diebstähle, die aber ebenfalls zurückgingen. Immerhin knapp jede dritte Tat (Kr. Paderborn: 29 Prozent, Kr. Soest: 30 Prozent) konnte aufgeklärt werden. Gestiegen ist jedoch die Zahl der Ladendiebstähle und die Zahl gestohlener Fahrräder.
Überraschend: Die Zahl der Betrugsdelikte nimmt zumindest statistisch um 18 Prozent ab und das obwohl immer wieder vor falschen Polizisten und Enkeltrickbetrügern gewarnt wird. Die Polizei geht dabei von einer großen Dunkelziffer aus, die aus Scham nicht zur Anzeige gebracht wird.

Einen leichten Anstieg der von Sexualdelikten gibt es im Kreis Paderborn: „In diesem Bereich ist keinen Tatserie erkennbar. Die gestiegene Zahl dürfte auf die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung zurückzuführen sein“, heißt es von der Polizei.

Ebenso gestiegen ist die Zahl der Rohheitsdelikte also unter anderem Körperverletzung, Raub und Freiheitsberaubung. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten die bewaffneten Überfalle auf Spielhallen in Salzkotten, Hövelhof und Paderborn-Elsen. Vier Heranwachsende aus dem Raum Lippstadt konnten als Täter ermittelt werden.(puru)

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