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Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Kreis Paderborn

Kreis Paderborn noch kein Corona-Risikogebiet: Großer Ausbruch in Seniorenheim

Montag, 26. Oktober 2020 von Franz Purucker

Noch ist der Kreis Paderborn eine der wenigen Regionen in NRW, die noch nicht als Corona-Risikogebiet gelten. Das könnte sich nun bald ändern. Wegen eines größeren Corona-Ausbruchs in einem Bad Lippspringer Seniorenheim steigt der Inzidenz-Wert massiv an und kommt damit in die Nähe eines kritischen Grenzwertes.

95 neue COVID-19- Fälle wurden dem Paderborner Kreisgesundheitsamt am Samstag, 24. Oktober, übermittelt. 52 Fälle gehen auf einen Ausbruch im Bad Lippspringer Altenheim Jordanquelle zurück, wo nun alle Mitarbeiter und Bewohner getestet werden. Damit steigt die Sieben-Tages-Inzidenz – also die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – auf 34,4 und somit kurz vor dem Frühwarnwert von 35.

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Aktuell sind 239 Menschen im Kreis Paderborn mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Betroffen ist weiterhin Paderborn mit 88 aktiven Fällen, gefolgt von Bad Lippspringe (58), Delbrück (32), Bad Wünnenberg (18), Hövelhof (10), Lichtenau (10), Borchen (9), Salzkotten (5), Büren (5), Altenbeken (4).

Die betroffene Einrichtung in Bad Lippspringe informiert auf ihrer Homepage, dass bislang 41 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 15 Mitarbeitende positiv getestet sind. Der erste positive Befund Anfang vergangener Woche war ein Zufallsbefund. Nicht alle Menschen, die positiv getestet worden sind, wohnen auch im Kreis Paderborn, sodass insbesondere bei den Mitarbeitern nicht alle in die offiziellen Zahlen des Kreises fallen.

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Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ordnete die Testung der engeren Kontaktpersonen im Sinne der RKI-Richtlinien an, also vor allem der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeitenden in der Einrichtung. Angesichts des Infektionsgeschehens werden alle Abläufe in der Einrichtung überprüft. Zudem sind alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen worden, um das Infektionsgeschehen vor Ort einzudämmen.

Die Einrichtung selbst hat nach eigenem Bekunden Angehörigen und Betreuern empfohlen, auf Besuche zu verzichten, was auf positive Resonanz gestoßen sei.

687 Menschen befinden sich kreisweit in Quarantäne

Zwar wurden am Sonntag und Montag keine neuen Fälle vermeldet, dies könnte sich jedoch bald ändern. Aktuell rechnet das Gesundheitsamt am Dienstag mit einer Überschreitung der 35, eventuell sogar der 50er Grenze. . 687 Menschen befinden sich derzeit im vom Paderborner Kreisgesundheitsamt angeordneter Quarantäne. 12 Corona-Erkrankte werden derzeit im Krankenhaus behandelt, von denen drei intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Das Paderborner Gesundheitsamt will nun das Personal aufstocken. Zudem wird an einer Allgemeinverfügung gearbeitet, die wohl weitreichende Maßnahmen zur Folge haben wird und ab Mittwoch in Kraft treten soll. Konkret sieht die Corona-Schutzverordnung des Landes folgende Maßnahmen vor:

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Was davon genau für den Kreis Paderborn als Mittel zur Eindämmung der Pandemie gelten wird, ist aktuell noch offen. Landrat Manfred Müller appelliert eindringlich an die Bevölkerung, sich weiter diszipliniert und solidarisch zu verhalten. „Bitte halten Sie Abstand, meiden Sie Kontakte, wo immer es geht, tragen Sie eine Alltagsmaske, überlegen Sie bei jeder Party oder Familientreffen, ob das jetzt sein muss, beachten Sie die Hygieneregeln und informieren Sie sich aus seriösen Quellen“, so der Landrat. In geschlossenen Räumen muss regelmäßig, etwa alle 20 Minuten, gelüftet werden. Auch die Corona-Warn-App sollte genutzt werden, um sich und andere zu schützen.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir berichtet, der Kreis Paderborn habe bereits die 50er Schwelle erreicht und sei nun Risikogebiet. Diese Information war falsch und wurde korrigiert.

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