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NR-Redakteur beim Home Office
Foto: Franz Purucker
NR-Redakteur Franz Purucker mit seiner Tochter Ida Leotine (1 Jahr)
NR-Land

Kommentar: Die Landesregierung lässt Familien im Stich

Mittwoch, 18. März 2020 von Franz Purucker

Kitas und Schulen im NR-Land sind geschlossen und zwar zurecht. Die Lage ist kritisch! Da ist es auch vollkommen in Ordnung, dass Familien nun die Betreuung zu Hause allein schultern sollen. Um nicht die Großeltern einzuspannen, braucht es aber finanzielle Sicherheit.

Der Ratschlag von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), man solle Home Office oder unbezahlten Urlaub nehmen, wirkt aber wie Hohn und Spott zugleich. Scheinbar weiß die Politik nicht, wie schwer es Familien in diesem Land haben, überhaupt finanziell über die Runden zu kommen.

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Viele Hauptverdiener sind zu Hause, weil die Ehefrau in der „kritischen Infrastruktur“ eingebunden ist. Das Familieneinkommen sinkt auf beinahe Null. Wie sollen diese Familien Lebensmittel und Miete bezahlen, Herr Laschet?

Auf der Pressekonferenz in Düsseldorf fragte mein Kollege Lothar Schmalen (Neue Westfälische) ganz konkret nach, ob Familien nun zumindest bei den Kita-Gebühren entlastet würden. Die Antwort NRW-Familienministers Joachim Stamp (FDP) macht mich wütend: Es sei noch nicht an der Zeit darüber zu diskutieren. Jeder müsse finanzielle Opfer bringen.

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Doch, es ist an der Zeit jetzt darüber zu diskutieren! Vermieter möchten am Anfang des Monats Geld auf ihrem Konto haben und der Supermarkt um die Ecke gibt Waren nur gegen Bezahlung ab. Es fehlen Antworten!
Dabei gäbe es ein ganz einfaches Instrument, um sowohl der Wirtschaft als auch den Familien zu helfen.

Es müsste die Option geben, dass Arbeitgeber Mitarbeiter wegen der Kita- und Schulschließung bei vollem Lohnausgleich (und Ersatz durch das Land) von der Arbeit freistellen. Bei Paaren reicht es, eine Person freizustellen. Das entlastet die Lohnkosten der Unternehmen und gibt Familien gleichzeitig finanzielle Sicherheit. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine solche Idee bereits aufgegriffen und will dies in seinem Land umsetzen.

Das Mindeste was ich von der NRW-Landesregierung erwarte, ist eine Entlastung bei den Kita-Gebühren und Essensgeld. Aber vermutlich wird sich das sowieso von selbst regeln, nämlich dann, wenn die Gebühren mangels Deckung der Konten einfach zurückgebucht werden. Wenn die Kommune dann nachfragt, können die Eltern ja erklären, dass jeder finanzielle Opfer bringen muss.

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