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Zwei Kinder lesen ein Buch in der Stadtbibliothek Salzkotten
Foto: Franz Purucker
Paula Berndt (links) liest ihrer Cousine Nora Franke in der einzigen städtischen Bibliothek des NR-Landes ein Buch vor.
Thema der Woche

Die Bibliotheken vor Ort im Umbruch

Samstag, 19. Oktober 2019 von Franz Purucker

Die einzige städtische Bibliothek im NR-Land befindet sich in Salzkotten. Ausleihbar sind dort 21.562 Medien, davon fast die Hälfte Kinder- und Jugendliteratur. Aufgestockt wird laut Bilanz für das Jahr 2018 alles das, was nachgefragt wird: So wurden neue Gesellschaftsspiele und audiodigitale Lernsysteme, wie der Tiptoi-Stift, der aus Büchern vorlesen kann, angeschafft.

Der Bibliothek steht ein Umbruch bevor: Im November schließt die Einrichtung für drei Wochen und eröffnet voraussichtlich am 15. Dezember im neuen Stadthaus wieder. Dann soll es eine „Open Libary“ mit Selbstbedienungsterminals und damit verbundenen längeren Öffnungszeiten geben.

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Sommer-Lese-Club sorgt für neue Nutzer

Die Bibliothek ist beliebt. 132.629 Mal wurden im vergangenen Jahr von den 2.538 aktiven Nutzern etwas ausgeliehen. Neuanmeldungen gibt es vor allem von den bis-Zwölf-Jährigen. Insbesondere der Sommer-Lese-Club in den Sommerferien bringt neue Nutzer (die NR berichtete mehrfach).

Im Ortsteil Uprunge gibt es zu dem eine Katholische öffentliche Bücherei (Köb). Eine ungewöhnliche Konstellation. In Büren und Bad Wünnenberg haben sich die kirchlichen Bibliotheken auf die Kernstädte und größere Ortsteile – in Bad Wünnenberg zum Beispiel auf Fürstenberg – spezialisiert.

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So war auch die Ausgangslage in Delbrück: Hier gibt es heute fünf Bibliotheken, die einen gemeinsamen Onlinekatalog pflegen, wo sich die Nutzer Medien der jeweils anderen Bibliotheken bestellen können. 

Die Köb werden in allen Städten ehrenamtlich geführt und stehen trotz des Namens Menschen aller Glaubensrichtungen offen. „Wir fragen bei der Anmeldung nicht nach dem Kirchengesangsbuch“, scherzt die Delbrücker Köb-Leiterin Johanna Hagenhoff. 

Die Delbrücker Bibliotheksstandorte Lippling und Schöning sind nur rund zehn Jahre alt und entstanden mit dem teilweisen Ausstieg Delbrücks aus dem Bücherbus, der seitdem nur noch in drei Ortsteilen hält (siehe Karte). Das gesparte Geld wurde der Köb zur Verfügung gestellt. 

Der Bücherbus des Kreises Paderborn auf  dem Weg durchs die Region - Salzkotten, Büren, Bad Wünnenberg und Delbrück.
Der Bücherbus des Kreises Paderborn hält unter anderem in Büren, Salzkotten, Bad Wünnenberg und in einigen wenigen Ortsteilen von Delbrück.

Bücherbus fährt im Zwei- bis Vier-Wochen-Rhythmus

Der Bücherbus ist ein Angebot des Kreises Paderborn, das alle Kommunen mit Bücherbus-Halt nach ihren Ausleihzahlen (und teilweise nach Kreisumlage) finanzieren: Dies sind aktuell Lichtenau (66.572 Euro), Büren (64.795), Delbrück (33.000 Euro), Salzkotten (41.305 Euro) und Bad Wünnenberg (60.367 Euro). Der Bücherbus fährt jeden Ort etwa im Zwei- bis Vier-Wochen-Rhythmus an. Das gesamte Sortiment ist im Internet abrufbar, wo sich die Nutzer auch Medien bestellen können. Mitgliedschaft und Ausleihe sind kostenfrei, der Ausweis kostet einmalig 2,50 Euro.

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Auch Geseke wurde bis vor knapp zwei Jahren vom Bücherbus angefahren, allerdings vom Pedant des Kreises Soest. Nachdem der Bus kaputt war, wurde im Kreistag lange über den Kauf eines neuen Gefährts nachgedacht. Letztlich war den Politikern die Sache aber zu teuer. Jährlich kostete der Bus 300.000 Euro. Das Ende sorgte für Unmut, sodass es im vergangenen Jahr sogar zu einem Bürgerentscheid kam, bei der sich 65 Prozent gegen einen neuen Bücherbus aussprachen.

Warum Bücher in gedruckter Form schneller in die Bibliothek kommen als E-Books, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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