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Schlechteste Option: Wegen Personalmangel wird die Kita komplett geschlossen. Noch gehören solche Fälle zu Einzelfällen. Aber selbst Notgruppen und eingeschränkte Öffnungszeiten können für berufstätige Eltern problematisch werden.
NR-Land

Kitas schließen wegen Erziehermangel

Donnerstag, 2. Juni 2022 von Franz Purucker

Bis zu drei Kitas gleichzeitig waren in den letzten Wochen in Büren wegen der Streiks der Erzieher geschlossen. In anderen Einrichtungen wurden Gruppen zusammengelegt und Öffnungszeiten gekürzt. 

Nach der Einigung der Gewerkschaft Verdi meinen viele Eltern, sind die Streiks vom Tisch. Krankheitsausfälle und ein immenser Fachkräftemangel wird trotzdem zu einem immer größeren Problem und sorgt nun weiter für geschlossene Kitas.

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Drei Gruppen, 25 Kinder und nur zwei Erzieher. Angela M. ist Leiterin einer Kita und springt aktuell von Gruppe zu Gruppe, um irgendwie die Einrichtung am Laufen zu halten. „Nur so haben die Kollegen Zeit zur Toilette zu gehen oder selbst einen Happen zu essen.“ Die Frau möchte anonym bleiben, denn zulässig ist dieser Personalschlüssel so eigentlich nicht. Von den 14 Mitarbeitern in der Einrichtung sind nur sechs verfügbar – und das seit mehreren Wochen.

Die Corona-Pandemie hat deutliche Spuren hinterlassen, hinzu kommen nun nachgeholte Operationen und Personal, das wegen anderer Krankheiten ausfällt.

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„Das ist kein Einzelfall, sondern eher die Regel“, berichtet Ismail Cebe von der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aus Paderborn. Ein Grund, warum viele Erzieherinnen in den letzten Wochen auf die Straße gegangen sind. „Es fehlen massiv Fachkräfte und davor warnen wir bereits seit Jahren. Der Beruf muss attraktiver werden.“

Einen kleinen Schritt dorthin hat die Gewerkschaft nun erreicht. So erhalten die Beschäftigten in kommunalen Kitas pauschal zwei zusätzliche Entlastungstage sowie die Option zur Umwandlung von Entgeltbestandteilen in zwei weitere freie Tage. 

Zudem werden monatliche Zulagen je nach Berufsgruppe zwischen 130 Euro und 180 Euro gezahlt. Cebe geht davon aus, dass auch die kirchlichen Träger sowie Awo und DRK das Ergebnis übernehmen. „Keiner kann es sich leisten, Fachkräfte gehen zu lassen.“ Wenn die Gewerkschaftsmitglieder dieses Ergebnis annehmen, ist das Thema Streiks vorerst vom Tisch.

Problematisch hingegen bleibt der Erziehermangel: Aktuell hat laut Kreisjugendamt eine Kita in Bad Lippspringe wegen größerer Personalausfälle die Öffnungszeiten eingeschränkt, was für Eltern zum Problem werden kann. 

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Auch das NR-Land ist betroffen: „In den vergangenen Monaten mussten in drei Einrichtungen einzelne Gruppen über einige Tage geschlossen werden, da hohe Krankenstände vorlagen und gleichzeitig keine Ersatzkräfte kurzfristig eingestellt werden konnten“, berichtet Marina Glahe-Bracht, Pressesprecherin von Salzkotten.

Eltern stehen in solchen Fällen alleine da. Kind-Krank ist nur bei erkrankten Kindern oder Corona-Fällen in der Kita möglich.

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