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Ein Kind zwischen Mutter und Vater
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Viele Familien haben durch die Corona-Krise empfindliche Einkommensverluste, die durch den Kinderzuschlag ausgeglichen werden sollen.
NR-Land

So viel Unterstützung bekommen Familien nun mit dem Notfall-KiZ

Dienstag, 24. März 2020 von Franz Purucker

Um Eltern und ihre Kinder in der Corona-Zeit zu unterstützen, hat das Bundesfamilienministerium den Notfall-Kinderzuschlag ins Leben gerufen. Aber: Lohnt sich die Mühe des Antrages und was ist anders als sonst?

Kinderzuschlag wird prinzipiell immer dann gewährt, wenn die Eltern zwar von ihrem Einkommen leben können, es aber nicht reicht, um die Kinder ebenfalls zu versorgen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass dies durch die Corona-Krise häufiger vorkommt.

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Denn: Viele Eltern müssen wegen Kita- und Schulschließungen die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren, können ihrer Arbeit nicht in vollem Umfang nachgehen, sind in Kurzarbeit oder haben wegen ausbleibender Aufträge gravierende Einkommenseinbußen.

Welche Einkommensgrenzen gelten?

Um Anspruch auf Kinderzuschlag zu haben, muss das Einkommen einer Familie muss bei mindestens 900 Euro bzw. 600 Euro bei Alleinerziehenden liegen. Andernfalls fällt die Familie ins Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Für diese Einkommensgrenze werden alle Einnahmen außer Kindergeld und Wohngeld angenommen.

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Beispiel: Die Familie Mustermann – also Mutter und Vater mit zwei Kindern im Alter von zwei und vier Jahren – hat ein Bruttoeinkommen von monatlich 1.900 Euro und zahlt Miete in Höhe von 750 Euro. Nach allen Abzügen bleiben 1.200 Euro als zu berücksichtigendes (Netto-)Einkommen.

Die Familie erhält durch die Kinder 408 Euro Kindergeld (2 X 204 Euro) und 249 Euro Wohngeld. Insgesamt haben die Mustermanns also 1.857 Euro zur Verfügung. Ihr Bedarf laut ALG II liegt aber bei 2.028 Euro. Es würde also Anspruch auf Hartz IV bestehen.

Der Sinn des Gesetzes ist es, dass die Familie nicht ins Hartz IV fällt. Also wird berechnet, ob die Familie mit dem Kinderzuschlag kein Hartz IV mehr beantragen müsste, da ihr Bedarf gedeckt ist. 

Zu dem Einkommen wird also der Kinderzuschlag von 185 Euro pro Kind hinzugerechnet – im konkreten Beispiel 2 X 185 = 370 Euro. Die Rechnung: 1.857 Euro (berechnetes Einkommen) + 370 Euro (Kinderzuschlag) = 2.227 Euro. Der Bedarf ist erfüllt und der Kinderzuschlag wird gezahlt.

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Was ist hat sich nun verändert?

Die Beantragung soll so unbüroktatisch wie möglich ablaufen. Deshalb hat das zuständige Ministerium entschieden, dass ab 1. April die Vermögensprüfung ausgesetzt wird und das Einkommen der Familie vereinfacht berechnet wird. Bislang wurde der Durchschnitt der vergangenen sechs Monate angenommen. Nun wird einfach das Einkommen des Vormonat betrachtet.

Wo wird das Geld beantragt?

Der Antrag muss entweder postalisch bei der zuständigen Familienkasse oder direkt hier online gestellt werden.

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