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Kreis Soest

Kfz-Gewerbe im Jahresrückblick: Hohe Corona-Verluste, aber neue Chancen durch E-Mobilität

Mittwoch, 9. Dezember 2020 von NR Redaktion

Vom Lockdown im Frühjahr mit stationärem Verkaufsverbot und teilweise geschlossenen Kfz-Zulassungsstellen über Lieferengpässe bei Neuwagen bis hin zum deutlich erhöhten Umweltbonus für E-Fahrzeuge: Im Corona-Jahr 2020 war für die Kfz-Betriebe im Kreis Soest alles dabei – ein echtes Wechselbad der Gefühle.

„Solch ein Jahr möchten wir alle nicht noch einmal erleben“, sagt Obermeister Frank Fahnemann aus Wickede. Selbst die Werkstätten litten im März und April unter deutlich reduzierter Auslastung, obwohl sie im Lockdown aufgrund ihrer Systemrelevanz weiter geöffnet bleiben konnten.

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Ab Juni habe sich die Lage in den Betrieben dann wieder stetig verbessert. Trotzdem sei der im Frühjahr erlittene Rückstand im Kfz-Gewerbe laut dem Obermeister der Innung für Kraftfahrzeugtechnik und Mechanik Soest-Lippstadt mit aktuell über 160 Mitgliedsbetrieben bis zum Jahresende nicht mehr aufzuholen.

Viele Betriebe hätten jedoch die Krise als Chance genutzt: Zum Beispiel, um die Digitalisierung vieler interner Prozesse, aber auch der Kommunikation mit den Kunden weiter voranzutreiben.
Wie unverzichtbar der stationäre Autohandel als Schnittstelle zwischen Hersteller und Kunde nach wie vor sei, lasse sich etwa auch an der starkwachsenden Zahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen festmachen.

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„Hier ist erhöhter Aufwand für grundsätzliche und umfassende Beratung zu leisten, von der Technik über Einsatzzweck und Fördermöglichkeiten der Fahrzeuge bis hin zumErrichten einer entsprechenden Ladeinfrastruktur. Selbst die Nutzung undAbrechnung von öffentlichen Ladestationen steht auf der Agenda. Man sieht: Ohne den Handel ist die Transformation hin zu alternativen Antrieben gar nicht umzusetzen“, betont der Obermeister.

Mit Elektromobilität allein könnten die Klimaziele jedoch schon aufgrund der nach wie vor längst nicht ausreichenden Ladeinfrastruktur kaum erreicht werden. „Wir brauchen Technologieoffenheit, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken“, so Fahnemann. „Klimaneutral hergestellte, synthetische Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren sowie die Brennstoffzellentechnologie müssen auch aus Kundensicht eine Zukunft haben und stärker gefördert werden.“

Die Corona-Krise habe außerdem deutlich gemacht, wie wertvoll das eigene Auto als geschützter Raum sei: Viele Menschen würden es den öffentlichen Verkehrsmitteln vorziehen aus Angst, sich anzustecken. „Im eigenen Auto fühlen wir uns sicher. Das ist eine gute Botschaft für unsere Branche.“

Für das kommende Jahr 2021 erhofft sich Frank Fahnemann die langsame Rückkehr zu normalen Verhältnissen. „Durch vermutlich bald zugelassene Impfstoffe und dann hoffentlich Schritt für Schrittgelockerte Restriktionen geht es wieder zurück in ein normales Leben. Das wird sich positiv auf die Wirtschaft allgemein und damit auch auf das Kfz-Gewerbe auswirken.“

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