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Thema der Woche

Wie trotzt der heimische Flughafen der Luftfahrt-Krise?

Sonntag, 3. März 2019 von Franz Purucker

Immerhin stehen auch in Paderborn neue Airlines in den Startlöchern: Ab Sommer soll eine neue Fluggesellschaft Urlauber des  Reiseveranstalters Tui von dort aus ausfliegen.

Außerdem gibt es erste Gespräche mit anderen Airlines, die die von Adria Airlines eingestellten wichtigen Verbindungen nach Wien und Zürich übernehmen sollen. „Am liebsten wäre uns ein Partner aus diesen Ländern“, so Cezanne.

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Passagiere auf dem Weg zum Flugzeug am Paderborn-Lippstadt Airport. Foto: PR

Insgesamt steht der Airport vergleichsweise gut da: Die Millionenverluste ergeben sich vor allem aus Abschreibungen und Investitionen, das operative Geschäft schreibt aber eine schwarze Null, was auf zahlreiche Konsolidierungsmaßnahmen der letzten Jahre zurückzuführen ist. „Wir haben die Kosten, wo es ging, senken können.“ Aber: „Wir müssen jetzt auf der Erlösseite mehr erwirtschaften.“

Nachbarflughafen lebt von Zuschüssen des Landes Hessen

Kein leichtes Ziel: In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Flughafen Kassel-Calden, der vom Land Hessen mit Millionen gestützt wird, während der Paderborner Airport, wie alle vier Regionalflughäfen in NRW nur bedingt Zuschüsse erhält.

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Aber: Die EU schreibt ab 2024 vor, dass Flughäfen profitabel wirtschaften müssen, was in Kassel-Calden und Dortmund eine Herausforderung werden dürfte. Dabei werden Investitions- und Abschreibungskosten sowie sicherheitsrelevante Kosten wie die Flughafen-Feuerwehr jedoch rausgerechnet, sodass der Paderborn-Lippstadt-Airport schon heute diese Kriterien erfüllen würde.

Eine Lufthansa-Maschine auf dem Vorfeld.
Eine Maschine der Lufthansa wird am Paderborn-Lippstadt Airport für den Abflug vorbereitet.

Kleine Flughäfen wie der Flughafen in Büren-Ahden werden außerdem bei der Finanzierung  benachteiligt, weil sie die Kosten der Flugsicherung selbst stemmen müssen. Hier wünscht sich der Flughafenchef mehr Unterstützung durch den Bund. Das Thema der Luftsicherheitskosten hat es aber zumindest in den Koalitionsvertrag von SPD und CDU geschafft.

Zur Wahrheit gehört auch: 17,1 Millionen Euro müssen bis 2022 in den Flughafen investiert werden, von denen 6,1 Millionen Euro die Gesellschafter (Gesellschafterstruktur siehe Grafik) übernehmen müssen – also überwiegend der Steuerzahler.

Einziger profitabler Flughafen in NRW ist der in Düsseldorf. Die Pläne den dortigen Flughafen zu erweitern, sieht Cezanne zwiegespalten: „Jeder Flughafen soll bedarfsgerecht wachsen dürften. Wenn jedoch noch mehr Passagiere aus den dezentralen Regionen nach Düsseldorf abgesogen werden, bleibt weniger für die restlichen Flughäfen in NRW. Ein abgestimmtes Vorgehen wäre sinnvoll.“ Er ist überzeugt: „Der Kuchen ist groß genug. Alle Flughäfen könnten auskömmlich wirtschaften.“

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Der Flughafen-Eingang
Der Eingang zum Terminal des Paderborn-Lippstadt Airports in Büren-Ahden

Viele Airlines wollen an die großen Airports wie Düsseldorf und schielen angesichts der Insolvenzen von Air Berlin, Small Planet oder Germania auf die frei-werdenden Slots an diesen Airports – also auf die dortigen Start- und Landerechte.

Das Problem: Auch Airlines, die aktuell für Paderborn-Lippstadt in Frage kommen, haben eventuell einen Blick auf die Slots und setzen ihre Flugzeuge künftig vielleicht lieber an großen Flughäfen ein als am Heimathafen.

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