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Foto: Stadt Paderborn
In der Paderborner Innenstadt beginnt das Aufräumen.
NR-Land

In Paderborn und Lippstadt beginnt das große Aufräumen

Montag, 23. Mai 2022 von Franz Purucker

Auch zwei Tage nach dem schrecklichen Tornado geht in Paderborn das große Aufräumen weiter. Dabei kann die ostwestfälische Großstadt auf eine engagierte Hilfe von allen Seiten bauen. Allerdings droht bereits neues Ungemach: Bereits am Montag wird ein neuer Sturm erwartet.

Bürgermeister Michael Dreier, der seit dem verhängnisvollen Tornado am Freitagnachmittag im Dauereinsatz ist: „So werden wir unsere Stadt wieder zu dem machen, was sie vor diesem verheerenden Unglück einmal war, auch wenn das sicherlich sehr viel Kraft, Ausdauer und auch Investitionen erfordern wird.“

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Die Paderborner Feuerwehr war Freitagabend um 17 Uhr durch fünf Brandmeldeanlagen alarmiert worden, die auf einmal nicht mehr funktioniert hätten, berichtete Ralf Schmitz, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Paderborn. „Vor Ort mussten wir feststellen, dass der Tornado ursächlich war.“ Besonders zu Beginn der Einsätze sei die Anfahrt für die Rettungsfahrzeuge oft erschwert worden, sodass schwerpunktmäßig Einheiten in Gebiete geschickt worden seien, um Rettungswege freizuräumen.

Landrat Rüther berichtete, dass die Polizei verstärkt vor zerstörten Gebäude in Streifen unterwegs sei. Stefan Westhoff von der Notfallseelsorge der Paderborner Feuerwehr erzählte von vielen Gesprächen mit Betroffenen, die unter Tränen von ihren schrecklichen Erlebnissen berichteten.

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Der stellvertretende ASP-Betriebsleiter Dr. Dietmar Regener wies darauf hin, dass größere Mengen an Grünabfall über die Service-Hotline 88-0 koordiniert und später vom ASP abgeholt werden können. Auch nehme der ASP Reste von zerstörten Photovoltaikanlagen auf dem Recyclinghof An der Talle entgegen.

Dass das Paderquellgebiet nach wie vor abgesperrt sei und nicht etwa, wie jüngst geschehen von einer zehnköpfigen Gruppe zum Picknick genutzt werde, davon berichtete Michael Kriesten vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen. Mehr als 500 Anrufe seien an der städtischen Service-Hotline bisher eingegangen, bilanzierte Monika Bürger, Leiterin des Haupt- und Personalamtes der Stadt.

Die Innenstadt von Paderborn wurde stark vom Unwetter betroffen wie hier in der Friedrichstraße. Foto: Stadt Paderborn

Über aktuelle Straßensperrungen informierte Margit Hoischen, Leiterin des Straßen- und Brückenbauamtes der Stadt. Im Moment seien die Riemekestraße, die Rathenaustraße zwischen Riemekestraße und Aldegreverstraße die Friedrichstraße zwischen Westernmauer und Neuhäuser Tor, die Klöcknerstraße, die Balhornstraße, die Penzlinger Straße und die Pontanusstraße noch gesperrt. Zwar seien die Straße soweit freigeräumt, doch mit Drohnen werde dort noch untersucht, ob Gefahren von Dächern drohten. Diese Drohneneinsätze koordiniere die Paderborner Feuerwehr.

Die Stadt Paderborn nimmt Hilfsangebote und Hilfsgesuche bevorzugt telefonisch über die Hotline 05251 880 entgegen und koordiniert ehrenamtliche Hilfseinsätze von privat zu privat. Auch Firmen (Handwerker), die ihre Hilfe anbieten möchten, können sich bei der Info-Hotline melden. 

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Unterdessen versuchen Betrüger aus der Krise Kapital zu schlagen. In den sozialen Netzwerken wie Facebook kursieren Spendensammler wie die Kampagne „Tornado in Paderborn NRW“, die ausdrücklich nicht mit der Stadt Paderborn in Zusammenhang stehen.

Siegfried Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Lippstadt, vor vielen umgefallenen Bäumen.

Auch in Lippstadt beginnt das Aufräumen. So ist die nagelneue Photovoltaikanlage auf der Dreifachsporthalle in Lippstadt fast gänzlich vom Sturm verweht. Damit haben sich 150.000 Euro binnen weniger Minuten in nichts aufgelöst. Und das ist nur ein Ort der Verwüstung: „Wir werden Schäden im siebenstelligen Bereich haben“, prognostiziert Stadtwerke-Chef Siegfried Müller.

Der Sturmriese „Emmelinde“ hat Lippstadt mit brutaler Gewalt durchgeschüttelt und eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Mit den Auswirkungen der katastrophalen Windgewalt kämpfen auch die Stadtwerke, die eine komplexe Infrastruktur mit unterschiedlichsten Anlagen vorhalten. Dazu zählt das Kombibad CabrioLi. Hier haben umgestürzte Bäume am Freitag vorübergehend über 100 Menschen eingeschlossen. In den nächsten zwei, eher drei Wochen, schätzte Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Müller bei der Schadenbegutachtung, wird die Freizeiteinrichtung wegen Aufräumarbeiten und notwendiger Reparaturen geschlossen bleiben müssen.

Erneut Unwettergefahr

Das Wetter kommt noch immer nicht zur Ruhe: Viele Schauer und teils heftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel erwartet der Deutsche Wetterdienst für Montagabend. Dieses Mal sollen die Auswirkung aber nicht so extrem wie am Freitag werden. Für abdeckte Dächer trotzdem keine gute Aussicht.

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