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Foto: Polizei Paderborn
NR-Land

In dieser Werkstatt zerlegten Autodiebe gestohlene BMWs mit KeylessGo-System

Mittwoch, 4. Dezember 2019 von Franz Purucker / Polizei Paderborn

Die Spuren führten in die bereits erwähnte Lagerhalle nach Minden, wo ein weiteres Mitglied, ebenfalls ein Litauer, wohnt. Dieser hatte die alte Lagerhalle angemietet. Im November zogen die Paderborner Ermittler Spezialkräfte für operative Maßnahmen hinzu.

In der Nacht auf Mittwoch letzter Woche (27. November) observierte eine Spezialeinheit die mutmaßlichen Autodiebe. Zwei Tatverdächtige schlugen in Löhne zu und entwendeten auf die bekannte Weise einen BMW X6. Das Auto ließen sie kurz darauf in der Halle in Minden verschwinden. Als die beiden Diebe dann ihren Komplizen aufsuchten, griffen die eingesetzten Beamten zu und nahm das Trio früh morgens fest.

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Die Paderborner Ermittler fuhren direkt zur Lagerhalle nach Minden und durchsuchten das Gebäude mit Unterstützung von Mindener Kriminalbeamten. In der Halle stand der gestohlene 6er BMW sowie ein 5er BMW, der zwei Tage zuvor ebenfalls in Löhne entwendet worden war. Das Auto war bereits teilweise zerlegt. Die drei Tatverdächtigen im Alter von 19, 41 und 44 Jahren kamen unverzüglich ins Polizeigewahrsam nach Paderborn. Sie wurden am letzten Donnerstag (28. November) auf Antrag der Paderborner Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Pixabay Symbolfoto eines Keylessgo Autoschlüssels
Moderne Fahrzeuge haben keinen Zündschlüssel mehr, sondern nur eine solche Funkfernbedienung. Die Tätern verlängern das Signal davon und können somit ohne Spuren Fahrzeuge stehlen. Foto: Pixabay

Großer Schlag gelungen: Fahrzeuge im Wert von einer Millionen Euro

Die weitere Spurensicherung in der Mindener Halle dauerte mehrere Tage. In der „Zerlegehalle“ konnten Fahrzeugteile und persönliche Gegenstände der Opfer gefunden werden, die mindestens 20 Autodiebstählen in Ostwestfalen und dem benachbarten Niedersachsen zugeordnet werden konnten. Offensichtlich wurden die gestohlenen BMW’s in der Halle zerlegt und in Einzelteilen ins östliche Ausland transportiert. Die entwendeten Fahrzeuge haben einen Gesamtwert von etwa einer Millionen Euro.

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Kriminaloberkommissar Phil Clark, der die aktuellen Ermittlungen bei der Paderborner Kripo geführt hat, erläutert das Phänomen des Autodiebstahls: „Das Deliktsfeld der internationalen Kfz-Verschiebung ist nach wie vor von polnischen und litauischen Gruppierungen dominiert. Die Täter arbeiten arbeitsteilig, hochprofessionell und über Ländergrenzen hinaus. Sie sind dabei mobil und verwenden modernste Technik zur Entwendung der Fahrzeuge. Die Ermittlungen gestalten sich entsprechend aufwendig. Immer wichtiger wird hierbei auch die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Kollegen. Die aktuellen Ermittlungen zeigen, dass wir erfolgreich gegen diese Gruppierungen vorgehen können.“

Clark setzt jetzt alles daran, die Ermittlungen bezüglich der aktuellen Festnahmen beweiskräftig abzuschließen, um den Tatverdächtigen die Vielzahl der Taten nachweisen zu können. Darüber hinaus steckt er mit seinen Kollegen bereits tief in den Untersuchungen der nach den Festnahmen erfolgten Autodiebstähle. Clark: „Auch nach den neuen Fällen setzen wir wieder alles daran, die Täter dingfest zu machen. Polizeiliche Maßnahmen, hartnäckige Ermittlungsarbeit aber auch Hinweise aus der Bevölkerung tragen zur Aufklärung bei.“

Dass es den Tätern durch die Fahrzeugtechnik manchmal so einfach gemacht wird, ärgert nicht nur Phil Clark und seine Kollegen. „Es ist super bequem, den Autoschlüssel nicht mehr einsetzten zu müssen, um das Auto aufzuschließen und zu starten. Aber wenn es gestohlen wurde ist die Bequemlichkeit erst mal ganz vorbei.“

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