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Foto: Marco Schreiber
Schwimmmeister Ralf Mollemeier nimmt in der Sälzer Lagune eine Wasserprobe.
NR-Land

In diesen Freibädern muss man sich nicht warmschwimmen

Samstag, 21. Mai 2022 von Marco Schreiber

Die Freibadsaison im NR-Land ist eröffnet. Trotz steigender Energiekosten wurden die Eintrittspreise weder in Bad Wünnenberg noch in Büren, Geseke oder Salzkotten angehoben. Auch bei der Wassertemperatur bleibt alles wie gewohnt.

Gas und Strom werden immer teurer, vor Engpässen wird gewarnt. Die fünf Freibäder im NR-Land werden trotzdem weiterhin wie gewohnt beheizt. Abkühlen ohne frieren ist hier die Devise, auch Anfänger sollen ihren Spaß beim Planschen haben. In Büren werden weiterhin mindestens 23 Grad Celsius angepeilt, in Geseke und Salzkotten soll das Wasser für die Schwimmer wie gewohnt 24 Grad warm sein. 

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Sälzer Lagune: Spaßbecken sogar 26 Grad

„Wir haben uns dazu entschieden, die Temperatur nicht abzusenken“, sagt Martin Westermeier, als Leiter der Stadtwerke Salzkotten auch Chef des Schwimmbades Sälzer Lagune. Das Baden soll schließlich noch Spaß machen, sagt er. „Man muss sonst lange schwimmen, damit man warm wird.“

Das Spaßbecken mit der Wasserrutsche und dem Strömungskanal wird sogar auf 26 Grad erwärmt. Möglich macht das ein mobiles, mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk. Im Winter werde damit eine Schule beheizt, im Sommer das Freibad, erklärt Westermeier. „Den Strom speisen wir ins Netz ein.“

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Waldschwimmbad heizt mit Blockheizkraftwerk

Auch im Waldschwimmbad Bad Wünnenberg wird das Wasser mittels Blockheizkraftwerk erwärmt, berichtet Pressesprecherin Norina Wieners. „Bei der gekoppelten Erzeugung von Kraft und Wärme wird die überschüssige Energie in das Stromnetz eingespeist“, sagt Wieners. Bei gutem Wetter nutze man jedoch fast ausschließlich die Energie der Sonne, um eine Wassertemperatur von 25 Grad zu erreichen.

Möglich macht das eine umweltfreundliche Solarabsorberanlage auf dem Dach des Umkleide- und Duschtraktes. Damit wird die Wärme der Sonnenstrahlen genutzt, die keinen Cent kostet.

HaWei setzt auf Absorberanlage

Auf die Kraft der Sonne setzt man auch beim Freibad HaWei in Harth. Die Wassertemperatur wird mittels Absorberanlage auf 23 bis 24 Grad Celsius gebracht, sagt Bürens Pressesprecherin Anke Hammerström. Das Freibad in der ehemaligen Kreisstadt hingegen wird mittels Wasser-Wasser-Wärmepumpe beheizt.

Mit dieser Technik wird die Wärme des Grundwassers angezapft und über einen Wärmetauscher ausgebeutet. Den Strom für diese spezielle Wärmepumpe erzeugt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Umkleide. Damit ist man in Büren unabhängig von Erdgas.

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Solarabsorber fürs Freibad Geseke

„Seit Jahren unverändert“ ist die Temperatur von 24 Grad im Freibad Geseke, sagt Pressesprecherin Christiane Sonntag-Carl. „Das ist eine Wassertemperatur, die gerade auch für kleine und große Besucher noch angenehm ist, die nicht nur Bahnen schwimmen“, erklärt Sonntag-Carl.

Die Erwärmung des Wassers erfolge über die vorhandenen Solarabsorber. Wenn mehr Energie benötigt wird, als die Anlage liefern kann, werde eine Gasheizung zugeschaltet. In den vergangenen Jahren hätten die Gaskosten pro Saison deutlich unter 10.000 Euro gelegen. Sonntag-Carl: „Gerechnet auf die Gesamtaufwendungen des Freibades würde eine Absenkung der Wassertemperatur um ein Grad finanziell eher zu einer geringen Einsparung führen.“

Rückstau bei den Rettungsschwimmern

Von Personalproblemen bei allen Bädern berichtet der Salzkottener Martin Westermeier.  Vor allem bei den Rettungsschwimmern gebe es Engpässe. Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen in den vergangenen beiden Jahren sei es in der Ausbildung zu einem Rückstau gekommen. Viele Kurse zum Erwerb der Rettungsschwimmerabzeichen seien ausgefallen.

Das bestätigt Jannik Lüke von der Bürener Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG, die sich deutschlandweit dem Schutz von Menschen vor dem Ertrinken verschrieben hat. „In der Höchstzeit der Corona-Pandemie haben keine Kurse stattgefunden“, sagt Lüke. Dadurch seien nicht nur große Lücken bei der Ausbildung von Rettungsschwimmern entstanden. Auch viele Anfängerkurse hätten ausfallen müssen. „In letzter Zeit ist unglaublich viel liegen geblieben“, sagt Lüke. „Es wird Jahre dauern, bis wir das aufgeholt haben.“

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Nach „Gold“ kommt der „Rettungsschwimmer“ 

Schon die Nachfrage bei den Anfängerkursen sei kaum zu decken. 25 Plätze stehen für die Jüngsten in Büren zur Verfügung. Viel zu wenig, da die Schulen zum Teil voraussetzen würden, dass die Kinder bei der Einschulung schwimmen könnten, so Lüke. Auch deshalb sei „die Nachfrage größer als das Angebot“.

Wer Spaß am Schwimmen hat, kann bei der DLRG nach dem Anfängerkurs weiter an seiner Technik arbeiten. „Zuerst wird das Brustschwimmen optimiert, dann das Kraulschwimmen“, erklärt der 23-jährige Lüke, der selbst seit Kindertagen dabeigeblieben ist. Nach den drei Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold kann ab einem Alter von 14 Jahren die Ausbildung zum Rettungsschwimmer absolviert werden. Auch hier gibt es drei Stufen, wobei für einen Einsatz an Strand und Beckenrand das Abzeichen in Silber erforderlich ist.

Förderverein unterstützt Anfängerkurse

In Salzkotten geht man das Problem mangelnder Schwimmfähigkeit bei Kindern gemeinsam mit dem Förderverein des Schwimmbades und der DLRG an. Insgesamt können hier über den Sommer 180 Kinder in den Anfängerkursen das Schwimmen lernen. „Wir möchten, dass die Kinder wieder ins Wasser kommen“, sagt Christian Engel vom Förderverein. Ein Kurs dauert zwei Wochen und kann online gebucht werden. Dabei stehen den jeweils 30 Teilnehmern immer drei Lehrer zur Seite. Ein weiterer stehe für die gezielte Förderung am Beckenrand bereit.

Das Seepferdchen kann bei einer „Schwimmoffensive“ auch in Büren erworben werden. „In den Sommerferien 2022 wird damit ein Vertiefungskurs für das Seepferdchen angeboten“, sagt Pressesprecherin Anke Hammerström. Insgesamt werde man dafür sechs Kurse abhalten. „Ein Kurs geht über fünf Tage, an dem jeweils acht Kinder teilnehmen können.“

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Neue Kurse in Planung

In Bad Wünnenberg finden laut Pressesprecherin Norina Wieners die letzten Schwimmkurse im Mai statt und sind bereits ausgebucht. Neue Schwimmkurse seien jedoch schon in Planung. Wieners: „Wir informieren die Bürgerinnen und Bürger sobald konkrete Termine feststehen.“

Die Stadt Geseke biete keine Schwimmkurse im Freibad an, sagt Pressesprecherin Sonntag-Carl. Schwimmkurse werden von der Schwimm-Abteilung des TV Geseke, der DLRG Geseke sowie der Volkshochschule ausgerichtet.

Keine Preiserhöhungen 

Trotz steigender Kosten für Strom und Gas haben die Städte die Eintrittspreise auf dem Niveau der Vorjahre belassen. Erwachsene zahlen überall drei Euro für die Tageskarte, Kinder und Ermäßigungsberechtigte müssen in Bad Wünnenberg, Harth und Büren 2,50 Euro bezahlen, in Salzkotten 2 und in Geseke 1,80 Euro.

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