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NR-Land

So helfen Retter der Region beim Hochwasser im Märkischen Kreis

Freitag, 16. Juli 2021 von NR Redaktion

Das Hochwasser kommt schnell und mit zerstörerischer Kraft. Am Mittwoch Nachmittag ruft der Märkische Kreis beim Land NRW um Hilfe, ruft Katastrophenalarm aus. Es ist klar: Aus eigener Kraft können Feuerwehr und Rettungskräfte dieses Jahrhundertereignis nicht bewältigen. Wenig später schrillen bei den Einsatzkräften im Kreis Paderborn und Soest die Melder. Genau für diesen Fall ist die sogenannte Bezirksreserve ausgerüstet und vorbereitet.

„Es ist erschreckend, welche Kraft das Wasser dort hat. Ich habe etliche Hochwasser erlebt, aber eine so große Zerstörung habe ich noch nicht gesehen“, beschreibt Michael Stork, Leiter der Bürener Feuerwehr, seine Eindrücke vom Hochwassereinsatz vor Ort. 19 Bürener Kameraden rückte mit insgesamt drei Fahrzeugen aus und waren von Mittwoch-Nachmittag bis in die Nacht zu Freitag in Altena (Märkischer Kreis) im Einsatz. „Wir haben vor allem Keller ausgepumpt. Bestimmt 20 oder 30.“

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„Kräfte sind müde und erschöpft“

Schluss war erst gegen 1 Uhr in der Nacht zu Freitag. Zuletzt wurden 4.000 Kubikmeter Wasser mit 20 Pumpen aus einer Tiefgarage herausgepumpt. „Die Kräfte sind müde und erschöpft“, beschreibt Stork die Lage. Einen Personalwechsel gab es am Donnerstag Vormittag.

An diesen Stellen sind Einheiten des Bezirksbereitschaft stationiert. Grafik: Franz Purucker

Aus Salzkotten waren drei Kameraden mit der sogenannten Bezirksbereitschaft im Krisengebiet im Einsatz, aus Bad Wünnenberg sieben. 

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Die erste Alarmierung erfolgt am Mittwoch gegen 18 Uhr durch die Bezirksregierung Detmold.  „Wenn die Alarmmeldung ,Bezirksreserve` kommt, wissen wir schon, dass es um Einsatzdauern von zwölf Stunden und mehr geht“, so Christoph Hesse, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wünnenberg. Dann wird genau geschaut, wer den Einsatz übernehmen kann.

Insgesamt machte sich aus dem Kreis Paderborn die sogenannte Bereitschaft OWL 3 auf den Weg, bestehend aus Feuerwehren und Betreuungseinheiten aus Paderborn und Höxter. Sammelpunkt war die Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden, von wo der Verband als Kolonne in Richtung Westen fuhr.

Die Geseker Feuerwehr wurde ebenfalls zur „überörtlichen Hilfe“ gerufen. In Lippstadt mussten Keller ausgepumpt und Straßen gesäubert werden. Am Donnerstagmorgen wurde der Geseker Leiter der Feuerwehr, Florian Nagelmeier, um 6 Uhr aus dem Bett geklingelt, um gefüllte Sandsäcke nach Wickede zu fahren. „Wir hatten beim letzten großen Hochwasser vor zwei Jahren einen kleinen Vorrat angelegt und im Bauhof einlagert“, so die Feuerwehr-Führungskraft.

In dieser Tiefgarage, die die Feuerwehren aus dem Kreis Paderborn freigepumpt haben, stehen noch mehrere Fahrzeuge. Foto: Feuerwehr Büren

Auch beim DRK in Geseke schrillen seit Anfang der Woche dauerhaft die Alarmmelder. Die Ehrenamtlichen sind mit ihrem Betreuungs-Lkw im Einsatz: „Wir betreuen insgesamt 107 Personen in der Krollmann Arena in Hagen, darunter obdachlose Einwohner und Bewohner von evakuierten Altenheimen“, so Josef Meyer, Vorsitzender des DRK Geseke. In der Hellwegstadt ist ein besonderer Betreuungs-Lkw stationiert, der darauf ausgelegt ist, bis zu 300 Personen über einen längeren Zeitraum mit Wärme, Essen und Getränken zu versorgen. An Bord ist eine induktive Küche – quasi der Nachfolger der klassischen Gulaschkanone – 1.000 Mal Einweggeschirr, eine Industriespülmaschine, Wärme- und Kälteschränke und eine autarke Stromversorgung. 

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Die Feuerwehr Büren beim Auspumpen der Tiefgarage. Daneben fließt der über die Ufer getretene Fluss vorbei. Foto: Feuerwehr Büren

Auch das Technische Hilfswerk (THW), stationiert in Büren-Ringelstein, ist seit Mittwoch quasi dauerhaft in Sundern (Sauerland) im Einsatz. „Wir haben in der Nacht zu Freitag zum ersten Mal durchschlafen können“, berichtet Zugführer Thomas Dietz. Die Einheit geht aber fest davon aus, dass sie bald zum Wiederaufbau erneut gerufen wird.

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