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Foto: Parteien
Die Plakateflut ist laut der Parteien dieses Jahr geringer.
Thema der Woche

Heißer Wahlkampf beginnt: Das sind die Strategien der Parteien in der Region

Samstag, 28. August 2021 von Franz Purucker

Noch knapp 30 Tage bis zur Bundestagswahl und die Parteien laufen sich langsam warm. Deutlich erkennbar an immer mehr Plakaten, die an den Straßen hängen und politische Forderungen oder einfach die Gesichter der Kandidaten zeigen.

Trotzdem ist Wahlkampf in diesem Jahr anders, wie eine Umfrage unter den Parteien zeigt. Alle geben an dieses Jahr deutlich weniger Plakate aufgehängt zu haben. Viel wichtiger werden der Haustürwahlkampf und die sozialen Netzwerke. Nach der Anzeige lesen Sie, wie die Parteien agieren.

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CDU

Die CDU plakatiert statt Kanzlerkandidat Armin Laschet meist den Direktkandidaten Carsten Linnemann. „Wir haben den bekanntesten Direktkandidaten. Diesen Vorteil nutzen wir“, so Kreisgeschäftsführer Hartwig Höschen.
Linnemann ist bundesweit auch als Widersacher zu Kanzlerin Merkel bekannt – was auch Höschen weiß: „Dadurch erreichen wir auch Wähler, die nicht CDU wählen, aber Linnemann wollen.“ Der Eindruck, dass Armin Laschet wegen sinkender Umfragewerte weniger plakatiert wurde, entgegnet der Kreisgeschäftsführer mit dem Verweis auf ein Plakat mit Linnemann und Laschet. Die CDU setzt insgesamt auf elf verschiedene Plakatmotive.

SPD

Die SPD geht genau den umgekehrten Weg – plakatiert ganz offensiv mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. „Die Leute trauen und am ehesten die Kanzlerschaft zu, da die beiden anderen sie nicht überzeugen“, ist der als SPD-Direktkandidat fürs Paderborner Land antretende Burkhardt Blienert überzeugt. Auf anderen Plakaten geht es klar um Inhalte wie Mindestlohn und Wohnungen. Die Plakate sind auffällig in Rot gehalten, was Aufmerksamkeit bringt.

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Grüne

Die Grünen nehmen ihre eigenen Grundsätze auch für die Wahl an: „Wir plakatieren ohne Plastik, sodass die Plakate nach der Wahl im Altpapier entsorgt werden können“, so Johannes Menze, Geschäftsführer der Grünen in Paderborn.
Die Plakate zeigen die Spitzenkandidaten und den Werbeslogan „bereit, wenn es ihr es seid“. Im blassen Grün gehen die Plakate am Straßenrand aber etwas unter.

FDP

Die FDP setzt wieder auf ihr Zugpferd: Christian Lindner. „Wir haben uns gegen viele kleine Plakate entschieden und setzen stattdessen auf Großflächen“, so Marc Lürbke, Landtagsabgeordneter der Region und im Wahlkampf involviert: „Auf das Motiv haben mich viele angesprochen. Also haben wir unser Ziel erreicht.“

AfD

Die AfD versucht zu provozieren und setzt auf griffige Slogans wie „Berlin macht mehr Mist als unser Vieh“ und wirbt massiv um CDU-Wähler des erzkonservativen Lagers. „Wir haben uns mit Plakaten zurückgenommen und konzentrieren uns auf die Stellen, wo die Leute sich treffen“, so Karl-Heinz Tegethoff, der gleichzeitig kritisiert, dass seine Partei immer wieder angegriffen werde: „Wir werden immer negativ dargestellt. Wir versuchen hoch zu plakatieren, um Angriffe zu verhindern.“

Die Linke

1.600 Plakate hängt Die Linke im Großraum Paderborn, etwa die Hälfte zeigen die Direktkandidatin Martina Schu, die als Verdi-Funktionärin bekannt ist. Viele Plakate zeigen konkrete linke Forderungen, verstärkt mit dem Zusatz „Jetzt!“. Die Linke macht als einzige auch Angaben zu den Kosten: Investiert wurden 11.000 Euro.(Franz Purucker)

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Mit welchen besonderen Aktionen und welcher Strategie die Parteien an der Haustür schellen oder auf sich aufmerksam machen und wie hoch das Wahlkampfbudget für die sozialen Netzwerke ist, lesen Sie auf der zweiten Seite.

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