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Foto: Heimatverein Jöllenbeck / Biermann
Spinnen für den Hausbedarf: So verbrachten westfälische Familien ihre Winterabende in der Wohn- und Spinnstube.
Bad Wünnenberg

Bad Wünnenberger Heimatverein macht 2021 zum „Flachsjahr“

Samstag, 17. April 2021 von NR Redaktion

Es gibt auch noch andere Themen als das mit dem großen „C“. Zum Beispiel die Orts- und Heimatgeschichte, der sich der Heimatverein Bad Wünnenberg widmet. Für dieses Jahr haben sich die Heimatfreunde, allen voran Regina Reichberg und Marita Schäfers, etwas Besonderes einfallen lassen: Sie nehmen alle Interessierten das ganze Jahr hindurch mit auf eine Reise in die Vergangenheit, deren Ziel ein neuer Themenraum in der Scheune des Heimatvereins sein soll.

Im Mittelpunkt des Themenjahres steht der Flachs. Der ganze Prozess vom Flachsanbau über die Ernte bis zur Verarbeitung wird in vier Aktionsblöcken gezeigt und kann – sofern die Pandemie es zulässt – auch miterlebt werden.
Start ist die Aussaat von Flachs auf einer Fläche des Vereins Historische Landtechnik auf dem Hassel. 500 Quadratmeter sollen im April an der Grantmühle von einem historisch ausstaffierten Landwirt ausgesät werden. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Eine kleine Ausstellung von Arbeitsgeräten und ein Video in der Scheune, Bastelaktionen und eine Brotzeit runden diesen Block ab.

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Ende Juli geht es dann zur Flachsblüte, bevor Anfang bis Mitte August der Flachs geerntet wird. Der letzte Aktionsblock ist für Ende September geplant, wenn in der Heimatscheune der geerntete Flachs gebrochen, geschlagen, gehechelt und gesponnen wird.

Höhepunkt des Flachsjahres soll die Einweihung einer neuen „Spinnstube“ in der Heimatscheune sein. Ein Webstuhl ist schon vorhanden, weitere Exponate sollen hinzukommen.

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Wer spinnen konnte, durfte heiraten

Im 19. Jahrhundert waren Ackerbau und Verarbeitung von Flachs zu Seilen und Leinenstoffen die Lebensgrundlage der meisten Wünnenberger. Es gab sogar eine „Königliche Spinnschule“: Eine Lehrkraft aus Bielefeld reiste eigens an, um die Mädchen und Jungen des Ortes auszubilden. Bis heute haben sich Sprichwörter erhalten wie „Ein Mädchen, das gut spinnen kann, das darf freien einen Mann“ oder „Selbst gewonnen, selbst versponnen – das ist die beste Bauerntracht.“

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