arrow_back
Kinder Schueh dicht an dicht
Foto: Pixabay
Bad Wünnenberg

Gibt es genügend Kita-Plätze in der Region?

Sonntag, 17. März 2019 von Franz Purucker

Zuständig für die Kita-Planung sind die Jugendämter der Kreise: Für die Stadt Geseke also der Kreis Soest, für Bad Wünnenberg, Büren, Delbrück und Salzkotten der Kreis Paderborn.
Beide Jugendämter haben ein umfangreiches Zahlenwerk vorgelegt. Die Zahlen zeigen: Es werden extrem viele Betreuungsplätze benötigt – mehr als die Kommunen vorhalten.


„Zusatzplätze“ als Umschreibung für Überbelegung
Wo liegt die Ursache? Erstens ist bundesweit ein Geburten-Boom zu verzeichnen. Es kommen also mehr Kinder zur Welt als Statistiker prognostiziert haben. Zweitens: Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder immer länger in der Kita betreuen lassen. Zum Vergleich: Im Kreis Paderborn wurden vor zehn Jahren nur 21 Prozent der Kinder ganztägig – das heißt 45 Stunden pro Woche – betreut. Für das im Sommer beginnende Kita-Jahr liegt die Quote bereits bei 53 Prozent.

Anzeige
Irina Plüm vom LEB NRW
Irina Prüm vom Landeselternbeitrat rät, den Rechtsanspruch auf Betreuung einzufordern.


Besonders stark ist der Anstieg bei den Unter-Dreijährigen: Wurden vor zehn Jahren nur 18 Prozent dieser Kinder betreut, so werden es im kommenden Kita-Jahr 47 Prozent sein.
Gesetzlich haben Kinder spätestens ab dem ersten Geburtstag einen Anspruch auf Betreuung, erklärt Irina Prüm vom Landeselternbeirat. Dazu müssen die Eltern ihren Bedarf sechs Monate vorher beim Jugendamt anmelden. Die Kommunen müssen dafür aber nicht zwingend einen Kita-Platz zur Verfügung stellen, sondern können auch eine U3-Betreuung bei einer Tagesmutter vermitteln. Kinder ab drei Jahren hingegen haben das Recht auf einen Kitaplatz.


Was können die Kommunen tun? In allen Städten des Verbreitungsgebietes läuft es auf „Zusatzplätze“ hinaus – wie es die Jugendämter gerne blumig umschreiben. Zu deutsch: Es werden mehr Kinder aufgenommen, als die Einrichtung eigentlich aufnehmen sollte. Dies ist nur im begrenzten Umfang möglich.

Anzeige


Wer ganz leer ausgeht, aber dringend eine Betreuung benötigt, dem rät Prüm, aktiv sein Recht einzufordern: „Wird Eltern kein Platz angeboten, haben sie die Möglichkeit, für ihr Kind die ,Gewährung des einstweiligen Rechtsschutzes` zu beantragen, also das bestehende Recht des Kindes auf Betreuung schützen zu lassen. Verwaltungsgerichte können sehr zeitnah anordnen, dass ein Platz zur Verfügung gestellt werden muss. Es sei ein hartnäckiges Gerücht, dass es sich nicht lohne, Rechtsmittel einzulegen, weil ein Verfahren angeblich zu lange dauere, so Prüm weiter.

Wie die Lage in der Region ist, lesen Sie auf der zweiten Seite.

Nächste Seite
AGB Impressum Datenschutz Kontakt
close
In die Zwischenablage Instagram Whatsapp E-Mail