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Foto: Franz Purucker
Die menschenleere Abflughalle des Paderborn-Lippstadt Airport. Aktuell heben dort nur vier Maschinen pro Woche ab, was noch bis ins Frühjahr so bleiben wird.
Thema der Woche

Gespenstische Leere am Paderborn-Lippstadt-Airport: Chef ist optimistisch

Freitag, 14. Januar 2022 von Franz Purucker

Wer aktuell das Flughafengelände des Paderborn-Lippstadt-Airports in Büren-Ahden besucht, findet eine trostlose, menschenleere Abflughalle vor. Selbst der Tresen des Cafés im Airport ist verwaist. Das Flughafenhotel geschlossen.
Die An- und Abflugtafel ist komplett leer – es gibt weder Starts noch Landungen. Lediglich einige Angestellte und Polizisten, die gelegentlich am Flughafen zu sehen sind, zeugen noch davon, dass der Flughafenbetrieb irgendwie läuft.

Trotzdem sind der neue Flughafenchef Roland Hüser, der Landrat und Aufsichtsratvorsitzende Christoph Rüther und Pressesprecher Mathias Hack optimistisch und verkünden in einer extra anberaumten Pressekonferenz den Aufbruch. „Erfolgreicher Neustart 2021“ heißt es in großen Lettern auf einer Power Point Präsentation für Journalisten der Region.
Die Leere vermittle ein falsches Bild, schließlich würden Fracht- und Businessjets weiter regelmäßig in Paderborn abheben, so Hüser. Nachprüfen lässt sich das kaum. Lediglich am Betriebsergebnis könnte man ablesen, ob die Lage tatsächlich besser ist als sie im ersten Eindruck scheint.

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Geschäftszahlen will die Führung aber noch nicht vorlegen und verweist auf die Betriebsprüfung. Von der Betreibergesellschaft wird es wegen der Insolvenz mehrere Geschäftsberichte geben – einmal für das Rumpfjahr bis 30. November 2020 – dann für die Zeit der Insolvenz bis Juni 2021 und anschließend für das Restjahr 2021

Ein Rückblick: Im Zuge der Corona-Krise rutschte der Airport in die „Insolvenz in Eigenverantwortung“. Die Mannschaft wird von 170 auf 64 Mitarbeiter verkleinert. Die obligatorische Flughafenfeuerwehr übernimmt nun mehr Aufgaben, um die Betriebskosten zu senken. Der ehemalige Flughafenchef Marc Cezanne nennt damals 160.000 Passagiere als absolutes Minimum: „Darunter muss man ernsthaft überlegen, ob ein Flughafen noch Sinn macht.“ Cezanne hat die Leitung des Flughafens im Juli abgegeben. Die Zahlen liegen heute deutlich unter dieser Schwelle.

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Die nun vorgestellte Bilanz weist 129.292 Passagiere aus, das ist zwar mehr als im Krisenjahr 2020, wo 92.577 Fluggäste gezählt wurden, aber auch deutlich weniger als in guten Jahren. 2003 flogen noch 1,3 Millionen Passagiere ab Paderborn, seitdem ist die Zahl konsequent im Sinkflug. Die Verantwortlichen erklärten das erst mit der Wirtschaftskrise, dann mit der Air Berlin Insolvenz und nun mit Corona.

Dass aktuell kaum Maschinen in Büren-Ahden abheben, hängt natürlich mit der Pandemie zusammen. Der für die Wirtschaft interessante asiatische und nordamerikanische Region unterliegt strengen Einreisebestimmungen. Viele Passagiere, die von Paderborn in diese Regionen flogen, nutzten die Lufthansa-Direktverbindung nach München, die nun mangels Nachfrage eingestellt wurde.(puru)

Warum die Geschäftsleitung des Airports trotz der Hiobsbotschaften optimistisch ist, wie neue Zielgruppen erreicht werden sollen, welche Risiken die nächsten Jahre bringen und welche Flugziele im Sommerflugplan stehen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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