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Foto: Franz Purucker
Prokurist Günther Seppler (v.l.), der bisherige Firmeninhaber Matthias Schlüter und die neuen "Lenker" bei Schlüter Geseke, die Geschäftsführer der Firma Eiffage Infra-West,, Oliver Meichsner und Christoph Hamacke.
Geseke

Geseker Straßenbauunternehmen Schlüter wechselt den Besitzer

Donnerstag, 26. August 2021 von Franz Purucker

Das Geseker Bauunternehmen Schlüter Geseke, das sich auf den Straßenbau fokussiert hat, ist nicht mehr im Besitz der Familie Schlüter, die das Unternehmen 1953 gegründet hat. Der Baukonzern Eiffage Infra-West hat den Mittelständler am Mittwoch, 25. August, übernommen. Noch am Nachmittag stellten sich die neuen Geschäftsführer der Belegschaft vor.

Für das etwa 40-köpfige Team verspricht Oliver Meichsner, Geschäftsführer der neuen Eigentümergesellschaft, vor allem positive Veränderungen: Durch die Mitgliedschaft im Flächentarifvertrag steigen die Löhne und die Mitarbeiter erhalten Zugang zu besonderen Sozial- und Weiterbildungsleistungen sowie Aktienpaketen.

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Auch Investitionen kündigen die neuen Eigentümer an, besonders in Maschinen: „Wir setzen auf einen modernen Gerätepark. Sie machen einen Baumaschinenführer mit einem modernen Gerät glücklicher als mit einem neuen Auto“, so Meichsner.

Interesse, den mittelständischen Betrieb zu übernehmen, gab es von vielen Seiten, so der bisherige Geschäftsführer und Inhaber Matthias Schlüter: „Das wäre jedoch mitarbeiter- und standortschädlich gewesen.“ Der Versuch, das Unternehmen an einen Jüngeren zu übertragen, sei gescheitert, so der 55-Jährige, der rund zwei Jahren auf der Suche nach einem Nachfolger für den Betrieb war.

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Der Geseker ist sich sicher, mit dem Verkauf an die Eiffage Infra-West eine gute Entscheidung getroffen zu haben: „Mir sind meine Mitarbeiter ans Herz gewachsen. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Verträge übernommen werden und der Standort erhalten bleibt“, so Schlüter. Beides hat der neue Eigentümer zugesichert, wobei der Name „Schlüter“ mittelfristig verschwinden wird. Das Unternehmen wird künftig als Niederlassung Geseke der Eiffage Infra-West geführt.

Mit den Geschäftsfeldern Tiefbau, Straßenbau, Ingenieurbau, Asphaltproduktion und ÖPP-Projekte (öffentlich-private Partnerschaften) will der neue Besitzer künftig effiziente Komplettlösungen aus einer Hand anbieten.

Schlüter Geseke erwirtschaftet einen Umsatz von acht bis zehn Millionen Euro pro Jahr. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Matthias Schlüter bleibt Eigentümer des Grund und Bodens, den er nun an die Eiffage Infra-West vermieten wird. In den nächsten Monaten wird der ehemalige Geschäftsführer auch als freier Mitarbeiter für das Unternehmen tätig sein, um „die Übergabe der Kunden zu organisieren und den Mitarbeitern das Gefühl zu geben, dass es ein geschmeidiger Übergang ist“, so der Diplom-Ingenieur.

Die Effiage Infra-West ist in Deutschland quasi auf Einkaufstour und sucht weitere Unternehmen wie das von Matthias Schlüter, um ihre Marktmacht zu vergrößern. „Mit dem Kauf stärken wir insbesondere unsere Kompetenzen im Straßenbau und erweitern unsere Marktpräsenz in den östlichen Regionen Nordrhein-Westfalens“, erklärt der technische Geschäftsführer Christoph Harnacke.

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Das Unternehmen hat in NRW rund 550 Angestellte und ist eine Tochter des französischen Eiffage-Konzerns, der mit 18,1 Milliarden Euro Jahresumsatz und 72.500 Mitarbeitern zu den größten Bauunternehmen Europas zählt.

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