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Schwimmsportler Andreas Wiesner
Foto: Andreas Wiesner freut sich über die Unterstützung der Wirtschaft.
Geseke

Geseker Schwimmer will zu Olympia

Montag, 29. Januar 2018 von Franz Purucker

Zehn Mal pro Woche Training im Becken, drei Mal Krafttraining und dazu Studium. So sieht der Alltag von Schwimmprofi Andreas Wiesner aus Geseke aus, der sich aktuell im Olympia-Stützpunkt in München auf seinen Traum vorbereitet. Der Weg dorthin ist hart, denn er will zu den besten gehören und bei Olympia 2020 in Tokio an den Start gehen.
Ob dies gelingt, weiß er aber erst 2020, denn findet die Qualifikation für die Spiele statt. Die Karriere des Profisportlers begann 1999 beim TV Geseke, 2008 wechselte er wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten nach Paderborn. Nach dem Abitur 2014 ging er zunächst nach Mainz und wenig später nach München.


Von viel Geld kann Wiesner aktuell nur träumen. Hauptsponsoren des Lebensunterhalts sind seine Eltern, die in Geseke wohnen. Reisen zu Trainingslagern und Wettkämpfen sowie die Ausstattung bezahlen Sponsoren, um die Wiesner kräftig wirbt.

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Am Freitag haben mehrere Geseker Unternehmer ein Sponsoringvertrag unterschrieben – darunter Cordula und Joachim Wenzel von Blomenröhr Fahrzeugbau. Sie verfolgen die Entwicklung des Sportlers seit längerem. „Vor fünf Jahren haben wir ihn im Geseker Freibad gesehen. Schon damals hieß es: Aus dem wird mal was“, so Joachim Wenzel.


Auch Lorenz Kemper, Gründer und ehemaliger Leiter von „Das Labor“ in Geseke, spendet mit – auch aus privaten Beweggründen, wie er berichtet: „Er hat jahrelang hier im Ort ehrenamtlich mitgearbeitet.“ Das Dentallabor stehe Wiesner gern als Sponsor zur Verfügung.

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Andreas Wiesner jubelt nach dem dritten Sieg bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin. Foto: privat
Andreas Wiesner jubelt nach dem dritten Sieg bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin. Foto: privat


Weitere Sponsoren sind herzlich willkommen – Wiesner bietet Auftritte in der Firma und Werbung im Internet sowie auf seiner Schwimmkleidung als Gegenleistung.


Doch was, wenn der Traum nicht gelingt? Dann hat Andreas Wiesner einen Plan B in der Tasche, der ebenfalls mit Sport zu tun hat. Neben dem Training absolviert der 23-Jährige aktuell ein Fernstudium als Heilpraktiker in der Fachrichtung Sportmedizin. „Ich liebe meinen Sport, aber wenn das finanzielle Rückgrat nicht da ist, steige ich ins Berufsleben ein. Die Entscheidung treffe ich jetzt aber noch nicht.“ Sollte der Traum von Olympia nicht gelingen, dann will der gebürtige Geseker 2020 eine Physiotherapeuten-Ausbildung absolvieren und damit weiter als Betreuer im Sport arbeiten. „Ich habe eine ganz enge Bindung zum Sport und würde auch weiter aktiv bleiben.“


Das muss er auch. Zwei bis drei Jahre müsste er seinen Körper abtrainieren. „Profisport ist fast wie eine Droge“, beschreibt Wiesner das Schwimmen: „Damit kann ich nicht einfach aufhören.“ Durch das Studium und das Training bleibt kaum Zeit für Privates. Am Wochenende geht es zu Wettkämpfen oder in Trainingslager. Seine Freundin, mit der er in München wohnt, ist Sportlerin einer Bundesliga-Triathlon-Mannschaft. Sie kann die „Sucht“ ihres Freundes deshalb wohl gut nachvollziehen.

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