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Blumenstrauß zum Gedenken
Foto: Volker Kohlschmidt
Blumen am KZ Niederhagen zum Gedenken an die Befreiung am 2. April 1945.
Büren

Gedenktag zur Befreiung des KZ Niedernhagen fällt ausgerechnet zum 75. Jahrestag aus

Montag, 6. April 2020 von NR Redaktion

Zum ersten Mal seit Gründung des Gedenktages konnte dieser aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden und das ausgerechnet zum 75. Jahrestag der Befreiung. Am 2. April 1945 erreichten Soldaten der 3. US-Armee das Lager und befreiten die Häftlinge aus ihrem Leid.

Das KF Niedernhagen befand sich am Ortsrand von Büren-Wewelsburg und entstand 1941. Nach dem von den Nazis geplanten „Endsieg“ sollte Wewelsburg der Mittelpunkt der Welt werden. 

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In dem KZ lebten etwa 3.900 Häftlinge von denen etwa ein Drittel nicht überlebten. Zum Zeitpunkt der Befreiung am 2. April 1945 saßen nur noch 45 Gefangene in dem Lager. 

Für diesen besonderer Gedenktag war viel geplant: Schüler des Berufskollegs Am Eichholz in Arnsberg hatten unter dem Motto „RE;MIND“ das Einladungs-Plakate entwickelt und passende Aktionen dazu vorbereitet. „Lomir Tanzn“ hatte die musikalische Begleitung geprobt.

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Annette Kurschus, Präses der Ev. Kirche von Westfalen und stellvertretende Vorsitzende der Ev. Kirche von Deutschland,sollte die Gedenkrede halten. Mehr als 30 Angehörige von ehemaligen Häftlingen des KZ Niederhagen, aus dem europäischen Ausland wie der Ukraine, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien waren eingeladen und Flüge und Hotel waren bereits gebucht.

Ein Rahmenprogramm mit Lesung durch die Autorin Sabine Bode aus dem Buch „Nachkriegskinder“ sowie Begegnung der Angehörigen mitSchülerinnen und Schülern war organisiert. Und dann kam alles anders.

„Wir hatten extra eine Projektgruppe mit Mitgliederndes Vereins und Mitarbeitenden des Kreismuseums Wewelsburg gegründet, um den 75. Jahrestag in besonderer Weise zu würdigen. Wir haben viel Zeit investiert und uns auf besondere Begegnungen gefreut“, so Volker Kohlschmidt, Vorsitzender des Vereins. Stattdessen gab es ein stilles Gedenken.

Die Veranstalter, der Verein Gedenktag 2. April in Wewelsburg, die Stadt Büren und das Kreismuseum Wewelsburg haben in aller Stille Blumen am Mahnmal niedergelegt. Einzelne Besucher nutzten die Gelegenheit, zündeten Kerzen an und stellten sie auf das Mahnmal, um so der 1285 Opfer der NS-Gewalt in Wewelsburg zu gedenken.

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