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Foto: Lina Loos / Kreismuseum Wewelsburg
Die Gräfte der Wewelsburg ist Teil der Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS".
Büren

Gedenkstätte Wewelsburg: Seit zehn Jahren gegen das Vergessen

Samstag, 11. April 2020 von NR Redaktion

Wie fühlt es sich an, verschleppt, verachtet und tagtäglich roher Gewalt ausgesetzt zu sein? Was geht in den Köpfen und Herzen jener vor,die diese Gräueltaten verübten? Seit genau zehn Jahren versucht die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ in Büren-Wewelsburg auf all das Antworten zu finden.

Am 15. April 2010 wurde in den – damals eigens hierfür umgebauten – Räumlichkeiten des ehemaligen Wachgebäudes auf dem Schlossgelände der Wewelsburg die neue Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945 mit der Dauerausstellung der Öffentlichkeit übergeben.

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Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, hatte die Wewelsburg mit dem Ziel gepachtet, sie unter rücksichtloser Ausnutzung von KZ-Häftlingen zu einem Versammlungsort mit gigantischen Ausmaßen für seine Gruppenführer zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins und Elitegefühls umzubauen. Die Pläne waren gigantisch. In letzter Konsequenz hätte das Dorf Wewelsburg weichen müssen.

Ziel der Ausstellungsmacher um den damaligen Museumsleiter Wulff E. Brebeck und seine Nachfolgerin und heutige Museumsleiterin Kirsten John-Stucke war es, alle weltanschaulich-ideologischen und verbrecherischen Facetten der SS auf Grundlage des aktuellen Forschungsstandes zu präsentieren.

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Umbaumaßnahmen kosteten sieben Millionen Euro

Gleichzeitig sollte der ideologische und mythisch aufgeladene Ort ein Gedenkort für die Opfer der SS-Gewalt sein. Die Kosten der Umbaumaßnahmen und Neukonzeption in Höhe von sieben Millionen Euro wurden durch eine großzügige finanzielle Förderung des Bundes und des Landes NRW unterstützt.

Die vor der Ausstellungseröffnung geäußerten Sorgen, gerade durch die Präsentation von Originalen wie Heinrich Himmlers Tagebuch oder Uniformen und Schriften der SS auch die rechtsradikale Szene verstärkt anzuziehen, haben sich nicht bewahrheitet.

„Wir richten unsere Ausstellung an mündige Besucher. Die Ausstellungsobjekte dienen der Aufklärung über die Ideologie und Weltanschauung der Schutzstaffel“, erklärt Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. Man zeige sie betont nüchtern und neutral, um eine Faszination zu vermeiden.„Dies gelingt uns sehr gut. Die Besucher verstehen unsere Präsentation“, so John-Stucke.

50.000 Besucher und über 600 Gruppen jedes Jahr

Dem Kreismuseum ist esmit der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg gelungen, auch dieBildungsarbeit in den vergangenen zehn Jahren zu erweitern und zu profilieren.„Die Wewelsburg ist ein lebendiger Ort, an dem aktive Bildungsarbeit geleistet wird, an dem gegenwartsrelevante Themen aufgegriffen und umfassend vermitteltwerden“, erklärt die Museumsleiterin.

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Mit jährlich über 50.000 Besuchern und über 600 Gruppen- und Seminarbuchungen kommt die pädagogische Abteilung ihrem umfassenden historisch-politischen Bildungsauftrag nach. Darüber hinaus finden jährlich zahlreiche Sonderausstellungen, Veranstaltungen, Seminare, Studien-und Projekttagen oder Workcamps statt.

Die Hingucker – Zivilcourage üben; Dieses spielpädagogische Projekt ermöglicht Kindern die Beschäftigung mit den Themen Ausgrenzung, Rassismus und Zivilcourage.
Foto: Lina Loos / Kreismuseum Wewelsburg

Bildungspartnerschaften mit Schulen werden gepflegt

Bildungspartnerschaften mit Schulen gehören seit einigen Jahren zum festen Programm der Erinnerungs- und Gedenkstätte. Richtungsweisend ist das innovative „Hingucker“-Programm, mit dem die Gedenkstätte neue Wege im Bereich Vermittlung von gesellschaftlichen Werten wie Zivilcourage und Demokratieerziehung für die Schulklassen der Stufen vier bis sechs beschreitet.

Die Erinnerungs- und Gedenkstätte stellt auch die Lokalkoordination für das Bundesprogramm „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und berät die teilnehmenden Schulen im Kreis Paderborn. Das Kreismuseum ist betraut mit de rUmsetzung des Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus und Rassismus, das von dem Landesprogramm NRWeltoffen initiiert wurde, und beteiligt sich an dem Bundesprojekt „Demokratie leben!“.

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