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Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S68029 / CC-BY-SA 3.0
Eine junge Französin die 1943 in der Spulenfertigung eines Berliner Siemens-Werkes arbeiten muss.
Büren

Frauen als Zwangsarbeiter des NS-Regimes

Dienstag, 26. November 2019 von NR Redaktion

Rund 13,5 Millionen Menschen wurden während des Zweiten Weltkrieses zur Zwangsarbeit im „Großdeutschen Reich“ verpflichtet. In Rüstungsbetrieben und auf Baustellen, der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Privathaushalten wurden sie als billige Arbeitskraft eingesetzt – darunter viele Frauen. Darum dreht sich nun ein Vortrag auf der Wewelsburg.

Im September 1944 war die Hälfte der sogenannten „Ostarbeiter“, Zwangsarbeiter aus dem besetzten sowjetischen Gebieten, weiblich. Trotzdem stehen Frauen in der Forschungsliteratur zum Einsatz ausländischer Arbeitskräfte selten im Vordergrund. Nicht so bei Prof. Dr. Elizabeth Harvey von der Universität Nottingham: Sie wirft bei ihrem Vortrag am 28. November um 19 Uhr im Kreismuseum Wewelsburg einen genaueren Blick auf nichtdeutsche Frauen und ihren Einsatz in der deutschen Kriegswirtschaft.

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Prof. Dr. Elizabeth Harvey spricht bei einem Vortrag in Büren

In ihrem auf Deutsch gehaltenen Vortrag geht Prof. Harvey den Fragen nach, ob Frau verschiedener Nationalität rekrutiert wurden, weil es nicht mehr genügend verfügbare männliche Arbeitskräfte in den besetzten Gebieten gab, oder sie sogar eine Ressource erster Wahl waren? Wurden sie anderes behandelt als ihre männlichen Leidensgenossen? Haben Arbeitgeber und Arbeitsverwaltung bei schweren körperlichen Arbeiten die in der Regel geringere Körperkraft von Frauen berücksichtigt oder wurde dies in Bezug auf Frauen ‚niedrigstehender Rassen‘ ignoriert?

Der Vortrag „Nationalsozialistische Arbeitskräftepolitik im besetzten Europa und Geschlecht: Ein Forschungsfeld“ ist der letzte Vortrag der Reihe „Britische Blicke auf Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert“, die im Rahmen der LWL-Wanderausstellung „Briten in Westfalen“ angeboten wird. Er beginnt um 19 Uhr im Filmraum der Wewelsburg. Der Zugang erfolgt durch die Erinnerungs- und Gedenkstätte, der Eintritt ist frei.

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Elizabeth Harvey ist Professorin für Geschichte an der University of Nottingham und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Zeitgeschichte Berlin-München. Außerdem war sie Mitglied der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums 1933 – 1945. Zu ihren Publikationen zählt u.a. „‘Der Osten braucht dich!‘ Frauen und nationalsozialistische Germanisierungspolitik.“ (2010)

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