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Eine Masse tanzt - während sich darunter das Virus ausbreitet.
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Feiern trotz Corona. Die Behörden warnen davor und haben deshalb Regeln aufgestellt. Foto: Pixabay
Thema der Woche

Feiern und Reisen sind wegen Corona ein Risiko: Was erlaubt ist und was angemeldet werden muss

Samstag, 10. Oktober 2020 von Franz Purucker

Mit Bekannten aus Hamm die Herbstferien im Ferienhaus an der Ostsee verbringen oder Bekannte in Hamburg besuchen – das wird aktuell nichts. Hamm zählt ebenso wie Remscheid und Bremen wegen zu hoher Infektionszahlen als Risikogebiet.

Nach der Ministerpräsidenten-Schalte mit Angela Merkel am Mittwoch ist nun klar, dass Reisende aus diesen Gebieten von vielen Hotels abgewiesen werden sollen (siehe Grafik). Die Kreise Paderborn und Soest zählen aktuell nicht als Risikogebiete – doch das kann sich rasch ändern.

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In Bielefeld zum Beispiel hat eine Familienfeier dafür gesorgt, dass 36 Personen sich mit dem Virus infiziert haben, die wiederum weitere Personen wie Mitschüler und Lehrer angesteckt haben. Die Stadt schrammt dadurch nur knapp an der Einschätzung als Risikogebiet vorbei.

Deutschlandkarte mit eingezeichneten Risikogebieten
Diese Regeln gelten in Sachen Einreise für die jeweiligen Bundesländer, wenn die Reisenden aus Risikogebieten mit mehr 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner kommen. 

Möglich ist auch ein Hotspot-Ausbruch in einer Schule oder Kita. Anfang letzter Woche musste eine Gruppen in Büren in Quarantäne, weil in der Kita ein Covid19-Fall ausbrach.

In Geseke haben 138 Schülerinnen und Schüler sowie sechs Lehrkräfte des Geseker Gymnasiums Antonianum ihre Quarantäne nach einem Corona-Fall vor etwa zwei Wochen erst vor einigen Tagen beendet.

Neue Fälle gibt es immer wieder. In der zurückliegenden Woche wurde ein Fall in einem Gymnasium im Paderborn-Schloß Neuhaus bekannt.
Das größte Risiko geht von Privatfeiern aus, so Dr. Constanze Kuhnert, Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Paderborn, die appelliert: „Mit Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen, Husten, Schnupfen oder Fieber sollte niemand eine Party oder Familienfeier besuchen oder diese sogar ausrichten.“

Solche Fälle habe es im Kreis gegeben. Überhaupt solle jeder Einzelne gut für sich prüfen, ob die Party sein müsse, so die Medizinerin. Reiserückkehrer und private Feiern seien derzeit die größten Infektions- und Gefahrenherde in der Region. Deshalb hat das Land nun Regeln geschaffen, an die sich auch Privatfeiern halten müssen.

Ein größerer Ausbruch in der Region ist gar nicht so unwahrscheinlich, wie die Zahl der bei den Behörden angemeldeten Feiern für dieses Wochenende zeigen.  In Geseke sind nur für dieses Wochenende sieben Feiern mit mehr als 50 Gästen angemeldet, darunter eine Feier mit mehr als 100 Teilnehmern. In Salzkotten sind drei Hochzeiten mit weniger als 100 Gästen geplant, in Büren drei, sowie zwei mit mehr als 100 Personen.

Die Corona-Verordnung schreibt vor, dass Feiern, die auf öffentlichen Grund stattfinden, dazu zählen auch Gaststätten, Hotels und angemietete Räumlichkeiten, ab 35 Teilnehmern angemeldet werden müssen. Anlass muss laut Landesverordnung ein „herausragendes Ereignis“ sein.
Unterdessen bereitet sich das Gesundheitswesen auf höhere Zahlen vor: Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat für den Fall, dass die Notfallpraxen wie in Büren zu voll werden, bestimmte Praxen genannt, die in diesem Fall eine Infektionssprechstunde am Samstag anbieten.(F. Purucker)

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