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Foto: CDU Salzkotten
In diesem Gebäude könnten bald Fahrräder von Pendlern parken.
Salzkotten

Fahrradparkhaus in alten Bahnmeisterhaus geplant: Opposition kritisiert diese Pläne

Dienstag, 15. Februar 2022 von Franz Purucker

Immer mehr Pendler in Salzkotten setzen auf die Bahn. Das das zeigt sich am Vorplatz des Bahnhofes. Die 34 Pkw-Stellplätze sind laut Stadtverwaltung komplett von Dauerparkern belegt, die inzwischen auch auf Kundenparkplätze in der Nachbarschaft ausweichen. Zudem stapeln sich im Bahnhofsumfeld die Fahrräder.

Im Bauausschuss am kommenden Dienstag, 15. Februar, stellt die Verwaltung nun ein Konzept für die neue Mobilstation am Bahnhof vor, dass die CDU-Fraktion beantragt hatte.

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Konkret geplant sind Pkw-Stellplätze entweder als Parkdeck mit 61 Parkplätzen oder ebenerdig mit 32 Stellplätzen, wobei Letzteres favorisiert wird. Das 1,5 Millionen Euro teure Projekt ist etwa zur Hälfte förderfähig, sodass die Stadt mit 745.000 Euro Eigenanteil rechnen muss.

Für Radfahrer soll in dem leer stehenden Bahnmeisterhausdirekt neben dem Bahnhof ein Fahrradparkhaus mit 168 kostenfrei nutzbare Fahrradstellplätze entstehen, davon 85 im Kellergeschoss und 83 im Erdgeschoss. „Die eigentlich historisch bewährte Form der Kombination von Fahrrad und Bahn wird für viele Menschen wieder sehr attraktiv werden“, sagt Annette Stracke, Fraktionsvorsitzende der CDU.

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Der Umbau des Bahnmeisterhauses zu einer „Mobilstation“ wird samt Grunderwerb gut eine Millionen Euro kosten, wobei Fördermittel von 900.000 Euro in Aussicht stehen. „Das macht knapp 6.000 Euro pro Stellplatz“, rechnet der SPD-Fraktionschef Michael Sprink vor: „Eine Freianlage wäre wahrscheinlich günstiger.“

Die Christdemokraten können sich zudem eine Fotovoltaikanlage auf dem Haus vorstellen, die den Strom für die Elektrofahrräder liefert. In der Mobilstation selbst sind dafür 14 Schließfächer mit Lademöglichkeiten geplant.

Für die SPD gehen die Pläne nicht weit genug: „Zu einer Mobilstation gehört für uns dazu, dass auch andere Verkehrsmittel wie Carsharing und E-Mobilität mitgedacht werden. Hier wird wieder der zweite Schritt vor dem ersten gemacht“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Die CDU will unterdessen mit einem neuen Antrag die Förderfähigkeit von Ladestationen prüfen lassen, was den SPD-Fraktionschef ärgert: „Wir haben vor 1,5 Jahren mehrere Ladestationen mit Fördermitteln vorgeschlagen und sind mit unserem Vorstoß gescheitert.“

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Die Grünen hätten den Fokus gerne stärker auf das Fahrrad gelegt und auf Pkw-Stellplätze weitgehend verzichtet: „Wir sind der Auffassung, dass wir diese Parkplätze nicht brauchen“, so der Fraktionsvorsitzende Marc Svensson. Seine Fraktion beobachte die Lage genau.

Doch da spielt die CDU nicht mit: Es müsse, „davon ausgegangen werden, dass auch zukünftig etliche Bahnnutzer weiterhin mit einem Fahrzeug aus den Ortschaften zum Bahnhof kommen“, so die CDU.
Die Grünen schlagen stattdessen vor, Parkplätze im direkten Bahnhofsumfeld auszuweisen. So seien beispielsweise direkt an der Verner Straße ausreichend Platzreserven vorhanden.

Zudem vermisst die Fraktion in der aktuellen Planung eine bessere verkehrliche Anbindung an den Franz-Kleine-Park und die Wohngebiete östlich der Verner Straße. Svensson bedauert, dass seine Fraktion die Vorlage ablehnen muss.

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