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Foto: DRK
Die Maske bleibt Pflicht: Während die 3-G-Regel bei der Blutspende aufgehoben wurde, muss weiterhin ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
NR-Land

Es droht ein Notstand: Mit den Lockerungen werden Blutspenden knapp

Samstag, 9. Juli 2022 von Marco Schreiber

Auch vier Wochen nach dem Start einer neuen Werbekampagne ist die Lage beim Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) weiter angespannt. 

Die Reserven der Hilfsorganisation reichen gerade mal für zweieinhalb Tage, sagt Pressesprecherin Claudia Müller. „Wir wollen Reserven für fünf Tage haben, dann sind wir entspannt.“

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Ganz wirkungslos sind die Aktionen zum Weltblutspendetag am 14. Juni jedoch nicht geblieben. Müller: „Wir waren davor schon bei einer Reserve von knapp zwei Tagen.“ Ein Notstand bei den Blutkonserven könne nur durch eine erhöhte Spendenbereitschaft in der Region abgewendet werden. Dazu müssten pro Tag in NRW 3.000 Blutspenden zusammenkommen, so Müller. 

In den vergangenen Monaten sei die Spendenbereitschaft jedoch stark gesunken. Müller spricht von „massiven Einbrüchen“- Teilweise habe man ein Fünftel weniger Blutkonserven sammeln können. Den Grund sieht der Blutspendedienst West in den Lockerung der Corona-Maßnahmen. 

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Die Menschen haben anderes im Kopf

Die Menschen haben schlichtweg andere Dinge im Kopf als ihr Blut zu spenden. „Sie sind unterwegs und schmieden Pläne“, sagt Müller. Hinzu kommt die Ferienzeit, in der schon immer weniger gespendet wird.

Ganz anders während der Lockdowns in den vergangenen zwei Jahren, als die meisten Aktivitäten verboten waren. In dieser Zeit habe man sehr hohe Spenderzahlen verzeichnet. Der Gang zum DRK blieb schließlich immer erlaubt. 

Blut spenden kann jeder gesunde Erwachsene ab dem 18. und bis zum 76. Geburtstag, so das DRK. Wer zum ersten Mal Blut abgibt, darf jedoch nicht älter als 68 Jahre sein. Während Frauen vier Mal jährlich zur Blutspende gehen dürfen, sind Männern sechs Spenden erlaubt. Dabei wird bei der Vollblutspende innerhalb von fünf bis zehn Minuten ein halber Liter abgezapft. Werden nur das Blutplasma oder die roten Blutkörperchen gespendet und die anderen Blutbestandteile an den Spender zurückgegeben, dauert der Vorgang zwischen 20 Minuten und vier Stunden.

Hilfe für Kranke und bei Operationen

Mit einer Blutspende könne bis zu drei Kranken oder Verletzten geholfen werden, so das DRK. „Eine Blutspende ist Hilfe, die ankommt und schwerstkranken Patienten eine Überlebenschance gibt.“ 

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Ein Fünftel aller aus Blut hergestellten Mittel werde Krebskranken verabreicht. Ein anderer Teil der Blutkonserven wird bei Operationen gebraucht. Dazu melden die Krankenhäuser im NR-Land ihren Bedarf beim DRK an und werden auf den Verteilertouren vom Zentrum für Transfusionsmedizin  Hagen aus beliefert erklärt Sprecherin Müller. Gehen bestimmte Blutprodukte zur Neige, müssen manche Eingriffe verschoben werden.     

m NR-Land baut der Blutspendedienst West an verschiedenen Orten sein mobiles Sammelzentrum auf. Fürstenberg, Salzkotten, Scharmede, Oberntudorf, Mantinghausen, Thüle, Verne, Büren, Steinhausen, Brenken, Bad Wünnenberg, Haaren und Bleiwäsche stehen ebenso auf dem Terminplan wie die Stadt Geseke und die Ortsteile Mönninghausen, Ehringhausen und Störmede, wobei die einzelnen Orte turnusmäßig etwa alle drei Monate angefahren werden. Andere Blutspendedienste wie  TMD oder CSL Plasma sind zum Beispiel in Paderborn und Bielefeld aktiv.

Blut gilt als Organ

Die Termine veröffentlicht das DRK im Internet. Auf den Seiten  kann jeder prüfen, ob er überhaupt Blut spenden darf. Bei bestimmten Vorerkrankungen oder nach manchen Auslandsaufenthalten ist das entweder ganz verboten oder nur nach einer Wartezeit möglich. Mit der Smartphone-App „Blutspende – Spenderservice“ lassen sich individuelle Spendeninfos und Erinnerungen auch auf Handy und Tablet einrichten. 

Mehr als werben und an das Gewissen der Menschen appellieren können das DRK und die anderen Blutspendedienste kaum. Da Blut als ein Organ betrachtet wird, darf den Spendern laut Transplantationsgesetz nicht mehr als eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden.

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Das bringt dem DRK hin und wieder schlechte Presse ein. Der Vorwurf: die Spender bekämen kein Geld und das DRK verdiene sich eine goldene Nase. Sprecherin Müller verweist auf die Gemeinnützigkeit des DRK.  „Wir schütten keine Gewinne aus, aber wir müssen kostendeckend arbeiten.“ Schließlich müssten Fuhrpark, Geräte und Personal bezahlt werden. Und zwar entsprechend der Verantwortung, die die Mitarbeiter tragen. „Wir müssen sehr kompetent arbeiten“, sagt Müller. 

Für die Blutspende wird vom DRK auch mit einem positiven Effekt für die Gesundheit geworben. Jede Spende sei mit einem „kleinen Gesundheitscheck“ verbunden, weil das Blut im Labor genau untersucht werde, so Müller. Außerdem werden nach der Spende viele Blutbestandteile neu gebildet. Müller: „Manche Spender sagen, es fühlt sich richtig gut an.“

Nächste Termine im NR-Land

• Dienstag, 12. Juli, Bürgerhaus Oberntudorf, 16.30 – 20.30 Uhr

• Mittwoch, 13. Juli, DRK-Haus Büren, 15 – 20 Uhr

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• Donnerstag, 14. Juli, Schützenhalle Bad Wünnenberg, 15.30 – 20 Uhr

• Mittwoch, 20. Juli, Heimathaus Mantinghausen, 16.30 – 20.30 Uhr

• Freitag, 29. Juli, Pfarrheim St. Petri Geseke, 17 – 21 Uhr

• Die 3-G-Regel ist bei der Blutspende mittlerweile abgeschafft. Die Maskenpflicht gilt jedoch weiter.

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• Alle Informationen: www.blutspendedienst-west.de

     

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