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Foto: Franz Purucker
Weihnachtsbaumkönigin Laura Stegemann (links) reiste extra ins Sauerland, um den ersten Baum zu schlagen. Gemeinsam mit dem Züchter Hendrik Sauer und dem Verbandsvorsitzenden Eberhard Hennecke wurde die Saison eröffnet. Auch im NR-Land beginnt die Ernte.
Thema der Woche

Ernte der Weihnachtsbäume beginnt: So liegt der Preis in diesem Jahr

Donnerstag, 25. November 2021 von Franz Purucker

Beim symbolischen ersten Weihnachtsbaum, der in einem Betrieb in Bad Sassendorf gefällt wurde, legte die extra aus München angereiste Weihnachtsbaumkönigin Laura Stegemann noch selbst Hand an.

In Wahrheit wird aber bereits seit einigen Wochen der Baum in den Tannenplantagen geschlagen. Das Sauerland ist das größte Anbaugebiet Europas. Jeder dritte deutsche Weihnachtsbaum kommt von dort. „Was am Rhein der Wein ist, ist für uns der Weihnachtsbaum“, so Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau NRW.

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Auch im NR-Land sind einige Betriebe entstanden, viele in den 70er und 80er Jahren als landwirtschaftlichen Betriebe immer größer wurden und kleinere Höfe aufgaben und viele die Weihnachtsbäume als Nischenprodukt entdeckten.
Auch viele hauptberufliche Landwirte wendeten sich diesem Bereich zu, weil die klassische Ernte im November und Dezember abgeschlossen war und sie sich in dieser Zeit aufs Tannenbaumschlagen konzentrieren konnten. Dich die Züchter brauchen Geduld: Acht bis zehn Jahre dauert die Aufzucht.

Der Klassiker im Wohnzimmer bleibt die Nordmanntanne mit einem Marktanteil von 80 Prozent. Beliebteste Alternativen sind die Blaufichte mit etwas bläulicher Färbung und die klassische Fichte. Beide haben etwas stärker piksende Nadeln, verbreiten dafür aber angenehmen Duft.

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Der Preis wird dieses Jahr laut Branchenverband bei 21 bis 28 Euro pro laufenden Meter liegen und ist damit leicht gestiegen. Discounter und Baumärkte unterbieten diesen Preis zum Ärger vieler Züchter jedoch oft.
Im Corona-Lockdown im vergangenen Jahr erlebte die Branche einen Boom: „Viele blieben Weihnachten zu Hause und haben deshalb großen Wert auf weihnachtlichen Schmuck gelegt“, vermutet der Fachgruppenvorsitzende. Auffällig ist auch der Trend zum etwas kleineren Baum für die Vorweihnachtszeit. Die Branche spricht von Adventsbäumen.

Die Züchter passen die Bäume auf die Kundenwünsche an: „Im vierten Jahr machen wir den Stumpfschnitt und nehmen 20 bis 25 Zentimeter die Äste weg, damit der Stamm entsteht“, erklärt Züchter Hendrik Sauer. Mit Vogelstäben – vergleichbar mit T-förmigen Wäscheklammern – soll verhindert werden, das Vögel die Spitze anfliegen und diese damit abbricht. Außerdem wird unter den Bäumen regelmäßig gemäht. „Hinter den Bäumen steckt viel Arbeit“, betont die Weihnachtsbaumkönigin, die selbst von einem Tannenbetrieb stammt. Sie erklärt zudem „Der Pflanzenschutz dient dem Schutz der Pflanze“ und gesteht damit ein, dass auch Chemie in der Branche zum Einsatz kommt.

Die Alternative sind Bio-Weihnachtsbäume oder naturbelassene Bäume wie sie Hubertus Wibberg aus Geseke produziert. Mehr dazu im Thema auf der nächsten Seite.

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