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Ein Einbrecher im Haus
Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Selbst die Weihnachtszeit schreckt Einbrecher nicht zurück.
Thema der Woche

Einbrecher schrecken vor Weihnachten nicht zurück

Samstag, 21. Dezember 2019 von Franz Purucker

Auch beim Einbruch in das Haus von Sandy Kersting und Sven Mertens in Salzkotten war die Polizei schnell vor Ort, auch Hinweise gab es. So bemerkt eine Nachbarin gegen 19 Uhr einen kleinen Lichtschein in dem Haus, denkt sich aber nichts dabei. Vermutlich schlugen zu diesen Zeitpunkt die Einbrecher zu. Die Täter suchen ganz gezielt in den Schlafzimmern nach Wertgegenständen, rauben Schmuck, eine Armbanduhr, Bargeld aus einer Spardose des acht Monate alten Kindes und eine Goldmünze „Krügerrand“ – die mit etwa 1.400 Euro wertvollste Beute.

Die meisten Einbrecher kommen mit den simpelsten Werkzeugen.
Die meisten Einbrecher kommen mit den simpelsten Werkzeugen. Foto: Pixabay

Viel schlimmer als der materielle Schaden, ist das Gefühl, dass Fremde in der Wohnung waren. In der ersten Nacht bekommen die beiden kaum ein Auge zu. Auch heute, gut zwei Wochen nach dem Einbruch, bleibt das Gefühl, „dort zu liegen, wo die Täter die Schubladen auskippten, um nach Beute zu suchen“, so Kersting.

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Die Täter sind mit ihren Schuhen über die Betten geklettert, die Dreckspuren finden sich auf der Bettdecke und in der gesamten Wohnung, sogar auf den Lichtschaltern. Sandy Kersting und Sven Mertens haben, nachdem die Spurensicherung ihre Arbeit beendet hatte, erst einmal sorgfältig sauber gemacht.

Vermutlich wird die Versicherung neben den Einbruchsschäden auch das Diebesgut von rund 2.000 Euro ersetzen. „Das Geld investieren wir direkt in unsere Sicherheit“, so Mertens.

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Nun will die junge Familie kräftig aufrüsten: „Die Fenster werden gepimpt mit dem Maximum was geht“, so Mertens. Außerdem sollen Kameras künftig das Haus überwachen und Alarm schlagen.

Von Letzterem hält Jürgen Neuhoff von der Paderborner Polizei nicht so viel. „Wir hatten schon Einbruchsopfer, die konnten über ihr Handy acht Minuten lang beobachten, wie die eigene Wohnung leer geräumt wird, während sie im Stadion waren“, so der Kriminalhauptkommissar. 

Das Modellfenster hat Kriminalhauptkommissar Jürgen Neuhoff innerhalb von nur wenigen Minuten mit einem handelsüblichen Schraubenzieher geöffnet. Foto: Franz Purucker

Besser ist es, den Tätern den Weg ins Haus zu erschweren. Eine Richtschnur sind die RC-Klassifikationen, die für resistant class (engl. Resistenzklasse) stehen. Wie lange braucht ein Täter also, um die Tür zu öffnen. Empfehlenswert ist mindestens RC2 bis RC3. „Bei allen Vorfällen der letzten Tage hätte solche Technik die Täter ausbremsen können“, so Neuhoff. Beim Einbau sollten Fachfirmen zu engagiert werden. Die Polizei NRW hat dazu mehrere Unternehmen in der Region zertifiziert (Infos online unter www.nrplus.de)

Einbrecher mögen kein Licht

Die Einbrecher kommen in der Regel nicht mit Profi-Technik, sondern mit einem handelsüblichen Schraubenzieher und heben damit das Fenster oder die Terrassentür aus der Verankerung. Wie schnell das geht, zeigt der Polizist an einem Musterfenster. Es dauert nur 20 Sekunden, schon wären die Täter im Haus.

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Jürgen Neuhoff von der Paderborner Polizei demonstriert, wie einfach es die Täter haben, selbst wenn sie nur einen Schraubenzieher als Werkzeug haben.

Schützen können Fenster mit Pilzkopfverrieglung und gutem Beschlag. Fenstergriffe sollten abschließbar sein. „Achten Sie auf Qualität. Einige billige Discounterprodukte versprechen Einbruchsicherheit, die das Produkt nicht hält“, so der 57-Jährige. Vor Glasbruch schützt eine Polycarbonat-Beschichtung der Scheiben. 

Was Täter überhaupt nicht mögen, ist Licht: Beim Einbruch in Salzkotten zerschlugen die Männer den Bewegungsmelder im Flur. Besser wäre jedoch ein Bewegungsmelder im Außenbereich gewesen, um die Täter von ihrem Vorhaben abzubringen. Wichtig: Auf eine Stromzufuhr achten, die die Täter nicht mit wenigen Handgriffen durchtrennen können. 

Weiterer Tipp: Das Haus belebt erscheinen lassen. Übervolle Briefkästen verhindern und auch bei Abwesenheit regelmäßig die Jalousien herunterlassen. Dafür gibt es viele Smart-Home-Lösungen, die solche Dinge automatisieren und sogar das Licht zu bestimmten Uhrzeiten ein- und ausschalten.

Die Polizei berät kostenlos zum Thema Einbruchsschutz, kommt bei Bedarf auch selbst vor Ort. Termine bei Jürgen Neuhoff unter Tel. 0 52 51 306-39 04.

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Die KfW-Bank unterstützt mit zinsgünstigen Darlehen bauliche Maßnahmen zum Schutz gegen Einbruch am und im Gebäude.

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