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Foto: Archiv
Ein großer Moment: Im Rahmen des Europaschützenfestes im niederländischen Leudal wird Ralf Raschke von Großmeister Karl Habsburg-Lothringen zum Ritter des Ordens vom Heiligen Sebastian geschlagen.
Umland (Raum Paderborn)

Ein Schuss mit Folgen: Einmal Bundeskönig – immer Bundeskönig

Sonntag, 13. Dezember 2020 von Heike Tebbe

Als die NR-Redaktion im September 2014 erstmals über die Raschkes berichtete, hatte Ralf Raschke gerade beim Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften den Vogel abgeschossen. Dieses Ereignis stellte das Leben des Ehepaares komplett auf den Kopf. 

Das Paar hatte den Titel des Bundeskönigs nach Thüle geholt – ein großer Tag für die St. Laurentius Schützenbruderschaft und für die ganze Region, aber ganz besonders für Ralf Raschke und seine Frau Claudia Wigge-Raschke.

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Heute, mehr als sechs Jahre nach dem entscheidenden Schuss, fragte die NR: Was machen eigentlich die Raschkes? Hat sich durch den Bundeskönigs-Schuss etwas verändert? Und ist etwas geblieben vom damaligen Rausch der Emotionen?  Die Antwort vorweg: Klares Ja. Ein Gesprächsprotokoll.

Herr Raschke, schon vor Jahren haben Sie gesagt: Einmal Bundeskönig – immer Bundeskönig. Stimmt das tatsächlich?

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Raschke: Ja, natürlich. Den Titel des Bundesschützenkönigs trägt man ein Leben lang, es gibt keine Ex-Könige. Wir sind das Bundesschützenkönigspaar von 2014/2015 und werden es immer bleiben.

Bedeutet das auch, dass Sie und Ihre Frau weiterhin repräsentative Verpflichtungen haben?

Raschke: In gewisser Weise ja, der Titel kann eine Lebensaufgabe sein, wenn man will.

Claudia Wigge-Raschke: Als Verpflichtung haben wir das allerdings nie betrachtet. Es ist uns bis heute eine große Freude, wenn wir Auftritte haben. Wir marschieren sehr gerne mit, auch auf Bundes- und Europaschützenfesten. Es ist einfach toll, so viele begeisterte Zuschauer zu sehen. Und wenn wir auf dem Zelt sind und feiern, treffen wir viele Bekannte aus ganz Deutschland.

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Das heißt, Sie haben durch ihren Titel und die damit verbundenen Aufgaben auch viele Menschen kennengelernt?

Raschke: Sehr sehr viele. Und manche von ihnen sind auch zu Freunden geworden. Das ist sogar noch mehr geworden, seitdem ich vor zwei Jahren zum Ritter geschlagen wurde. Das ist der Ritterorden vom Heiligen Sebastian, der durch die EGS gestiftet wurde, die  Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen.

Ist so ein Ritterschlag, die Investitur, genauso aufregend wie ein Königsschuss?

Raschke: Das ist sogar noch aufregender. Bei der Investitur sind ja viele Menschen anwesend, die man nicht kennt. Man kniet ganz alleine vorne in der Kirche, das ist ein höchst feierlicher und sehr persönlicher Moment. Auch in dem Bewusstsein, dass man mit dem Ritterschlag nicht einfach geehrt oder ausgezeichnet wird – nein, man übernimmt die Verpflichtung, die Werte des Ordens zu leben und nach außen zu tragen. 

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Als Ritter vom Heiligen Sebastian setzt man sich vor allem für ein vereintes, christliches Europa ein und dafür, das christliche Element des Schützenwesens zu wahren und zu stärken. 

Wir haben bei unseren Recherchen noch etwas gefunden: Seit 2016 sind Sie auch noch Schießmeister der St. Laurentius Schützenbruderschaft Thüle.

Raschke: Ja, und wir haben in den letzten Jahren ein richtig großes Projekt auf die Beine gestellt und unseren Schießstand erneuert. Wir haben jetzt eine hochmoderne elektronische Anlage mit acht Bahnen. Das war schon eine große Aufgabe, denn wir haben die 40.000 Euro Materialkosten durch Crowdfunding, Firmen-Sponsoring und ganz einfach auch durch Klinkenputzen im Dorf gestemmt. Und die Umbauarbeiten komplett in Eigenleistung erbracht. Darauf kann der Verein stolz sein.

Claudia Wigge-Raschke: Diese Schießstanderneuerung war schon sehr zeitaufwendig. Mein Mann war immer unterwegs – mehr als als Bundesschützenkönig oder als Ritter.

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Haben Sie denn überhaupt noch Zeit für ein Privatleben?

Claudia Wigge-Raschke: Mein Mann fährt noch ein bisschen Motorrad, und ich habe meine Stammtischrunden und die kfd – das reicht. Aber letztendlich ist das Schützenwesen auch unser Privatleben, und wir ziehen so viel Positives daraus. 

Raschke: Das Schützenvirus geht ja inzwischen auch durch die Familie. Unsere Söhne René und Robin sind schon im Vorstand aktiv, René ist Jungschützenmeister. Und ich sag Ihnen eins: Der holt auch noch mal den Vogel runter. 

Und wie geht’s beim Bundeskönigspaar weiter? Pläne für die Zukunft?

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Raschke: Wir wollen unbedingt einmal die Romwallfahrt der EGS mitmachen, das steht ganz fest auf unserem Programm.

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