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Foto: etcetc Werbeagentur
2005 begann in Bad Wünnenberg der erste Bauabschnitt bei der originalgetreuen Wiedererichtung der Grandmühle. Jetzt wird das Museum offiziell eingeweiht.
Bad Wünnenberg

Ein lebendiges Museum stellt sich vor

Dienstag, 6. September 2022 von Marco Schreiber

Jetzt läuft sie wieder, die historische Grandmühle in Bad Wünnenberg. Am Stadtfestsonntag, 11. September, der auch auf den Tag es Denkmals fällt, kann das lebendige Museum ab 14 Uhr auf dem Hassel besichtigt werden.

Historisch ist genau genommen nur die hundert und mehr Jahre alte Technik, die vom Verein Historische Landtechnik wieder gangbar gemacht wurde. Das Gebäude, in dem der etwa sechs Tonnen schwere Backenbrecher und das Mahlwerk heute untergebracht sind, ist ein Neubau, wenn auch ein originalgetreuer. Er wurde knapp 100 Meter vom Standort der alten Mühle entfernt mit Geld vom Land, vielen Spenden und jeder Menge Eigenleistung auf dem Hassel errichtet.

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Dem Straßenbau im Weg

Das auch als Ebbers Grandmühle bekannte Gebäude, eine Steinmühle, wurde 1998 abgerissen. Sie stand der Begradigung der Landstraße 549 im Weg. Sechs Jahre zuvor war die Mühle vom Landesdenkmalamt in Münster als technisches Kulturdenkmal eingestuft worden. Damals war sie bereits im Besitz der Stadt.

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Als der Abriss feststand, nahm sich der Verein Historische Landtechnik des Innenlebens der Mühle an und lagerte die Maschinen ein, um sie später wieder aufzubauen. Maschinen, die es so heute nicht mehr gibt. 

Auch Grand wird weit und breit schon lange nicht mehr hergestellt, grober Mörtelsand, der besonders gut für den Bau von Sandsteinsockeln geeignet ist, da er keine Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigen lässt. Außerdem wurde der Grand bei der Herstellung von Dachziegeln verwendet, die als „Wünnenberger Sturmpfanne“ bis weit ins Sauerland bekannt gewesen sind.

Bei Herstellung von Grand wurde  Sandstein vermahlen, der vor Ort gebrochen wurde. Zuerst wurden die Steine im Brechwerk zerkleinert, bevor sie durch die Walzenmühle und das Kettenbrecherwerk liefen. Seit 1923 wurde die Grandmühle von einem Dieselmotor der Firma Deutz angetrieben. 

Der Verein Historische Landtechnik hat das Herzstück der Grandmühle mit Originalersatzteilen aus dem Hause Deutz wieder flott gemacht. 

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Bis zum Tag des Denkmals, der auf den Bad Wünnenberger Stadtfestsonntag fällt, wird noch an der Technik aus Großvaters Zeiten geschraubt. Ab 14 Uhr kann sie dann von den Besuchern in Betrieb erlebt werden. Dazu wird ein stündlicher Shuttleservice die Neugierigen per Bus aus der Stadt auf den Hassel bringen. Die Besucher erwartet neben einer historischen Kaffeetafel auch eine Ausstellung mit alten Traktoren und anderer Landtechnik. 

Zur offiziellen Einweihung der Grandmühle in Bad Wünnenberg, An der Grotte 23, findet am Samstag, 10. September, 17 Uhr, eine Feierstunde statt, die ebenfalls von der Öffentlichkeit besucht werden kann. 

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