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Konrad Hesse aus Steinhausen hatte die Tankstelle 54 Jahre lang gepachtet.
Foto: Johannes Büttner
Der ehemalige Pächter steht wohl zum letzten Mal an der Zapfsäule, aus der aber schon einige Jahre kein Benzin mehr fließt.
Büren

Ehemalige Tankstelle am Kapellenberg wird abgerissen

Donnerstag, 30. Januar 2020 von Johannes Büttner

Sie gehörte zum Kapellenberg wie eine kleine Kapelle. Jetzt wird die kleine Tankstelle unterhalb des Bürener Kapellenberg abgerissen. Der Grundstückseigentümer möchte hier Neubauten erstellen.  Besonders wehmütig schaut besonders Konrad Hesse zurück.  Der Steinhäuser hatte die kleine Tankstelle insgesamt 54 Jahre gepachtet.

Als wenn das Schicksal noch einen zusätzliche Beitrag leisten müsste, machte ein Fahrzeugbrand an der Tankstelle im vergangenen Jahr einen endgültigen Schlussstrich unter eine Ära, die am 4. Oktober 1960 ihren Lauf nahm.

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Tankstellenbetreiber Heinrich Brockhausen aus Geseke baute damals die Tankstelle an der Mauritiusstraße in Büren. Neben der Tanke gab es auch noch eine Pflegehalle, in der die Fahrzeuge gereinigt wurden.  Versorgt wurde dieTankstelle von dem Mineralölkonzern PAM.

Blick in die Werkstatt der ehemaligen Tankstelle. Nun wird alles ausgeräumt, denn schon bald kommt der Abrissbagger. Foto: Johannes Büttner

Am 1.April 1966 setzte dann Konrad Hesse, der damals als Autoschlosser im Bürener Autohaus Henke beschäftigt war, das Übernahmeangebot der PAM in die Tat um und die Geschichte nahm ihren Lauf. „Das Angebot war gut und der Automarkt nahm immer mehr zu“, erinnerte sich der heute75-Jährige noch gut an die Anfänge. Zur Erinnerung: In Büren gab es damals acht Tankstellen.

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Einstige Pflegehalle wurde zur Kfz-Fachwerkstatt mit gutem Ruf

Seine Meisterprüfung machte Konrad Hesse dann 1971 und im März 1973 eröffnete er einen Peugeot Autohandel. Aus der einstigen Pflegehalle wurde eine Kfz-Fachwerkstatt.  Auch nach dem Wechsel von Peugeot zu Nissan im Jahr 1978 ging es mit der Entwicklung weiter bergauf.„Weil die Werkstatt klein war, habe ich zusätzlich eine zweite Hebebühne draußen vor der Werkstatt aufgebaut“, erinnert sich Konrad Hesse.

Wehmütig blick Konrad Hesse zurück. Foto: Johannes Büttner

Der gute Ruf des Meisters und seiner Werkstatt machte immer größere Runden und zog weiter Kunden an. Konrad Hesse brauchte Unterstützung. Seine Schwestern übernahmen denSonntagsdienst beim Tanken und in der Werkstatt erlernten insgesamt vier Jungen das Kfz-Handwerk.

Auflagen setzten Tankstellenbetrieb ein Ende

Alles lief gut, bis zum 31.Juli 2001, als die untere Wasserbehörde des Kreises Paderborn die Einstellung des Tankstellenbetriebs verfügt. „Die Umweltauflagen waren dermaßen hoch, dass sich die Investitionen nicht mehr gerechnet hätten“, sagteKonrad Hesse.

Weiter ging es aber mit der Werkstatt. Zwar  war es keine Fachwerkstatt mehr, wo nur spezielle Automarken repariert werden, bei Konrad Hesse war jeder willkommen.  Die große Berufserfahrung machten sich in der jüngeren Vergangenheit auch viele Oldtimerfreunde zugute.

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Egal, ob komplizierte Schweißarbeiten oder der Austausch von Oldtimer-Ersatzteile, von denen Konrad Hesse noch Einiges in seinen Garagen hat, geholfen wurde immer. Doch damit ist nun Schluss. In den nächsten Tagen wird noch ausgeräumt und dann endet endgültig ein langes Stück Bürener Kulturgeschichte.

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