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Ein Einbrecher schaut durch eine leicht geöffnete Tür
Thema der Woche

Drogen und Gewalt nehmen in der Region zu

Sonntag, 24. Februar 2019 von Franz Purucker

Als Anna T. aus Geseke an einem November-Nachmittag vom Geburtstag ihrer Mutter gegen 18 Uhr nach Hause kommt, findet sie in ihrer Wohnung ein riesiges Chaos vor. Einbrecher haben ihre Abwesenheit genutzt, um Wertsachen zu erbeuten. 

Edlen Schmuck, Geschenke des verstorbenen Ehemannes und Bargeld nehmen die Täter mit. Viel schlimmer als der materielle Wert sind aber die psychischen Schäden, die Anna noch über Wochen verfolgen.

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Der Schaden des Einbruchs:  rund 1.500 Euro. Viel schlimmer allerdings: Die Tat hinterlässt bei der allein wohnenden Anna bleibende Schäden. „In der erste Nacht haben Freunde bei mir übernachtet. Die Tage danach habe ich mich nicht getraut, im Schlafzimmer zu schlafen.“

Die Täter waren Profis: Modeschmuck und einen Laptop ließen sie liegen, interessierten sich nur für hochwertigen Schmuck.

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Kein Wunder: Die meisten Einbrecher sind professionelle Banden, die oft europaweit agieren. Viele kommen aus Ost- und Südeuropa, aber auch aus der Region, wie Fahndungserfolge der Paderborner Polizei zeigen, die nun im Rahmen der Kriminalitätsstatistik veröffentlicht wurden. So konnten im vergangenen Frühjahr drei Personen und im Herbst zwei weitere Personen festgenommen werden, auf deren Konto wohl mehrere Taten gehen. In Paderborn gelang es, drei Intensivtäter festzunehmen.

Ende des Jahres klickten im Rheinland bei mehreren reisenden Tätern die Handschellen, die für eine Reihe von Taten in der Region verantwortlich sein sollen. Die Polizei Paderborn hatte nach einem Anstieg von Wohnungseinbrüchen von 2014 bis 2016 eine sechsköpfige Ermittlergruppe gebildet.

Die Erfolge zeigen sich auch in der Statistik: Im Kreis Pader-born gab es mit 373 Fällen rund ein Fünftel weniger Taten als vor einem Jahr, Im Kreis Soest sank die Zahl um rund ein Drittel auf 319. Im NR-Land sind die Einbruchszahlen weiter steigend (alle Zahlen auf Seite 12)

Brisant: Nur etwa jeder vierte Einbruch (23 Prozent) wird aufgeklärt – so auch bei Anna T.: Etwa ein halbes Jahr später teilt ihr die Polizei mit, dass trotz umfangreicher Spurensicherung kein Täter ermittel werden konnte und die Ermittlung eingestellt wird. „Die Uhrensammlung meines verstorbenen Mannes, der Verlobungsring und ein Medaillon mit hohem persönlichen Wert werde ich wohl nie wiedersehen“, so T.

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Gelingt es der Polizei eine Tätergruppe zu stellen, lassen sich oft gleich mehrere Taten aufklären, so die Polizei. Nicht ausgeschlossen, dass also auch die Täter aus Anna T.s Wohnung irgendwann gefasst werden. (puru)

Wie Sie sich gegen Einbrecher schützen, warum die Zahl der Straftaten in der Region auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken ist und welche Straftaten die Beamten im NR-Land am meisten beschäftigen, lesen Sie auf der zweiten Seite.

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