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Foto: Büttner
Das Feuerwehrgerätehaus in Wewelsburg wurde vor kurzem eingeweiht und gehört zu den technisch und platzmäßig gut ausgestatteten Gerätehäusern.
NR-Land

Dringender Handlungsbedarf an den Gerätehäusern

Freitag, 19. August 2022 von Johannes Büttner

Den meisten der Bürener Feuerwehrgerätehäuser geht es schlecht. Lediglich das Gerätehaus in Büren, das derzeit umgebaut wird, und das neue Gerätehaus in Wewelsburg sind davon ausgenommen. In einem Zwischenbericht informierte das Sicherheitsberatungsunternehmen Lüft aus Viersen die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtplanung über den baulichen Handlungsbedarf der Feuerwehrgerätehäuser. Ihr Fazit: An neun von elf Standorten muss etwas getan werden.

Viele der eigentlich überfälligen Maßnahmen lassen sich nicht am Bestand durchsetzen. Besonders die Enge in den Fahrzeughallen, fehlende Abgas-Sauganlagen, zu wenig Alarmparkplätze, kaum kreuzungsfreie Ausfahrten und unzureichende Sanitär- und Umkleidebereiche wurden als Mängel festgestellt. 

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Das seien schlechte Nachrichten, kommentierte Ausschussvorsitzender Peter Salmen die von Lüft-Mitarbeiter Frank Schmitz vorgetragenen Informationen. Aber das Thema Sicherheit müsse weiterhin größte Priorität haben. Daher gelte es, Fehler zu beheben und die Probleme nicht einfach auszusitzen, sagte Salmen, der in diesen Zusammenhang an einen Unfall erinnerte, bei dem ein Feuerwehrmann zu Beginn des Einsatzes aufgrund der Enge in der Fahrzeughalle gegen einen Spint gedrückt wurde. 

Öffentlich-Private Partnerschaft?

Fünf Jahre gibt die Stadt sich für die Umsetzung der nötigen Maßnahmen. Ein ambitioniertes Ziel, wie der Ausschussvorsitzende sagte, aber er sei sicher, dass die Stadt das in Zusammenarbeit mit der Löschführung, der Politik und dem Planungsbüro hinbekommen könne. Frank Schmitz regte zur Finanzierung das so genannte ÖPP-Modell an: Eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP), bei der die Stadt und privatwirtschaftliche Unternehmen eng zusammenarbeiten und, je nach Ausgestaltung des ÖPP-Vertrages, Arbeit und Kosten teilen.

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Denn diese Kosten bewegen sich insgesamt im zweistelligen Millionenbereich. Bei der Einweihung des Wewelsburger Gerätehauses hatte Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow diese mit rund zwei Millionen Euro pro Gerätehaus beziffert. 

Zusammlegung von Standorten?

Thematisiert wurde auch die Zusammenlegung von Feuerwehrgerätehäusern. Geprüft wurde dieses Modell bereits für die Feuerwehren Weiberg/Barkhausen  und Harth. Ergebnis: Ein gemeinsamer Neubau wird so teuer wie zwei Neubauten. Zudem sind planungsrechtliche Probleme zu erwarten, und auch die Bereitschaft zur Zusammenlegung wird aus praktischen Gründen kritisch gesehen. Ein weiterer Grund gegen eine Zusammenlegung ist die Lage: Die infrage kommende Fläche läge zwischen beiden Orten im Überschwemmungsgebiet.

Anders sieht es dagegen in Eickhoff aus. Die Wehr hat noch zwölf Aktive, von denen nur fünf jünger als 50 Jahre sind, und deshalb  kaum eine Zukunftsperspektive von mehr als zehn Jahren. „Eickhoff muss zukünftig durch andere Einheiten abgedeckt werden“, sagte Schmitz. Infrage kommt dafür Steinhausen (Fahrzeit fünf Minuten) Büren (sechs Minuten) und Weine (sechs Minuten). Sein Vorschlag: Eine Zusammenlegung der Wehren aus Steinhausen und Eickhoff mit einem neuen, größeren Feuerwehrgerätehaus in Steinhausen. Als sinnvoll betrachtet das Unternehmen auch die Schaffung einer Stelle für einen hauptberuflichen Gerätewart für die Bürener Feuerwehr. In diesem Bereich seien die Anforderungen deutlich gestiegen, so Schmitz.

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