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Foto: Franz Purucker
Thema der Woche

Dieses Schmerzmittel macht Probleme in den Flüssen der Region

Sonntag, 31. Januar 2021 von Franz Purucker

Der ökologische Zustand von Heder, Afte und Alme wird vielerorts als „mäßig“ bis „schlecht“ beschrieben. Problematisch sind Rückstände von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten, die die aktuellen Kläranlagen nicht herausfiltern.

Eine mögliche Lösung ist eine Aufrüstung dieser Anlagen mit einer sogenannten „vierten Klärstufe“. Doch die ist stark umstritten, weil die Anlagen teuer sind und die Landesförderung oft auf wackeligen Beinen steht.

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Wenn das Wasser aus der heimische Dusche in den Abfluss läuft, fließt es in eines der insgesamt acht Kläranlagen des NR-Landes. Während Bad Wünnenberg aufgrund seiner geografischen Lage über zwei kleine Anlagen verfügt, fließt das Wasser aus Geseke in eine zentrale Abwasserreinigung. In Salzkotten und Büren gibt es beides – kleine Kläranlagen, aber auch Großkläranlagen.

Die Anlagen bestehen aus drei Klärstufen – einer mechanischen Klärung, einer biochemischen Reinigungsstufe zum Auswaschen von organischen Bestandteilen und einer chemischen Reinigungsstufe.
Ganz sauber ist das Wasser, was danach in die Alme, Afte, Heder und die damit verbundenen Bäche abgeleitet wird, aber nicht. So wird etwa in der Alme und Afte das Medikament Diclofenac, ein bekanntes Schmerzmittel, in hohen Anteilen nachgewiesen.

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Das Skurrile: Obwohl es wissenschaftliche Nachweise gibt, dass diese Stoffe schädlich sind, gibt es dafür keine Grenzwerte.

Um die Rückstände herauszufiltern, wäre eine vierte Reinigungsstufe notwendig. Der mehrere Millionen Euro teure Bau einer solchen Anlage wird vom Land NRW mit 50 bis 70 Prozent bezuschusst.

Alle Städte des NR-Landes prüfen den Bau einer solchen Anlage, nur eine Stadt hat trotz aufwendiger und teurer Planung beschlossen, diese nicht zu bauen – und zwar zu Recht.

Denn nur wenn sich das Wasser mit dem Bau der Klärstufe wirklich verbessert, können die Kommunen die millionenschweren Fördermittel auch behalten. Dies nachzuweisen ist schwierig, was auch mit Bundes- und EU-Gesetzgebung zusammenhängt.

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Neben den hohen Baukosten bringt die vierte Reinigungsstufe auch höhere Unterhaltskosten mit sich, die letztlich über die Abwassergebühren auf den Verbraucher umgelegt werden.

Fakt ist aber: Die Verunreinigungen müssen beseitigt werden. Über den richtigen Weg wird nun eifrig gestritten.

Um wie viel die Gebühren durch die vierte Klärstufe steigen, wie der aktuelle Diskussionsstand in Büren, Geseke, Salzkotten und Bad Wünnenberg ist und in welchem Zustand die Gewässer in der Region sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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