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Schottergärten: Der Eine mag sie und findet sie praktisch, der Andere lehnt sie aus ökologischen und optischen Gründen ab. In Salzkotten wird das Thema jetzt in der Politik diskutiert.
Salzkotten

Diese Stadt macht mobil gegen die Versteinerung der Vorgärten

Sonntag, 27. Dezember 2020 von Johannes Büttner

Die zunehmende „Versteinerung“ von Vorgärten ist in vielen Wohn- und Neubausiedlungen zu beobachten. Sie mögen zwar als praktisch empfunden werden, aber aus ökologischer Sicht sind die Schotterflächen vielen Städten ein Dorn im Auge. Denn: Die mit Kies und Schotter versiegelten Flächen beschleunigen das Insektensterben und wirken sich negativ auf das Mikroklima aus, weil die Steine die Wärme speichern und wieder abstrahlen.

In Salzkotten standen die Schottergären jetzt auf  Antrag der SPD auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses. Tenor: Mit Argumenten, Empfehlungen, Hilfeleistungen und Verordnungen soll die Verwaltung versuchen, Einfluss auf  die Grundstücksbesitzer zu nehmen. Auch der Gesetzgeber empfiehlt den Kommunen, zur Vermeidung der Verschotterung entsprechende Festsetzungen in Bebauungsplänen zu treffen.

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In den letzten Jahren habe die Gestaltung der Vorgärten und Gärten durch Stein-und Kiesbeete in Salzkotten zugenommen, verwies  SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Sprink auf die Handlungsnotwendigkeit.  Durch die Versiegelung von Grundstücken, etwa für Pkw-Abstellflächen, verkleinere sich der Lebensraum für Pflanzen- und Tiervielfalt deutlich. Daher sei es auch im  Sinne der Artenvielfalt, des Naturschutzes und zur Begrenzung des anhaltenden Klimawandels erforderlich, dass die Stadt Salzkotten sicherstelle, dass nicht immer mehr Flächen durch eine derartige Gestaltung verloren gehen, sagte Sprink. 

Auflagen bei Neubaugebieten

„Das Problem ist bekannt, aber es ist nicht einfach, die notwendigen Maßnahmen, besonders bei bestehenden Anlagen, umzusetzen“, gestand Stadtplaner Martin Westermeier ein. Während es bei der Ausweisung von Neubaugebieten durchaus Möglichkeiten gebe, durch Auflagen eine Versiegelung der Grundstücke zu minimieren, sei eine Umsetzung in bestehenden Wohngebieten schwierig. „Hier muss viel Überzeugungsarbeit geleistet werden“, ist Westermeier überzeugt.  

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Zustimmung für ihr Anliegen erhielten die Sozialdemokraten auch von den anderen Parteien. So regte Michel Fechtler (CDU) an, ein Förderprogramm aufzulegen, um wieder mehr Leben in die Vorgärten zu bringen. 

• Wer seinen Garten neu gestalten möchte, kann sich diesbezüglich an die  Stadt Salzkotten wenden. Zudem sollen Flyer mit Tipps und Erläuterungen zum Thema  Gartengestaltung an die Haushalte verteilt werden.


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