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Mehrere Kohlekraftwerke
Foto: Robert S. Donovan (CC BY-NC 2.0 cropped)
Kohlekraftwerke sorgen mit für den größten CO2-Ausstoß in Deutschland, weshalb Klimaaktivisten den Kohleausstieg fordern.
NR-Land

Diese Kommunen profitieren vom Co2-intensiven Kohlestrom

Mittwoch, 21. Juli 2021 von Franz Purucker

Dass die Kohleverstromung einen riesigen Anteil am Co2-Ausstoß Deutschlands hat, ist nicht neu. Trotzdem will der Energiekonzern RWE noch bis 2038 Kohle verbrennen, um damit Strom zu gewinnen. Für den Ausstieg erhält der Konzern 2,6 Milliarden Euro. Davon profitieren auch Kommunen im NR-Land.

Rund 15 Prozent der RWE-Aktien halten Kommunen aus NRW, größtenteils schon seit Jahrzehnten – darunter Kommunen aus dem NR-Land: So besitzt die Stadt Geseke 32.537 Aktien an dem Kohleunternehmen, die aktuell knapp eine Million Euro Wert sind. 

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Der Kreis Paderborn ist mit 1.273.917 Stammaktien sogar der achtgrößte kommunale Aktionär. Mehr hält unter anderem der Hochsauerlandkreis mit aktuell 5,8 Millionen Aktien. 

Ein Verkauf der Anteile ist laut Kreis Paderborn nicht geplant, aber in der Vergangenheit durchaus im Kreistag diskutiert worden: 2015 beantragte dies die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, fand aber keine Mehrheit. Immer wieder forderten auch Umweltverbände den Verkauf. 2018 musste der Landrat mehrere Fragen zur künftigen Politik mit den RWE-Aktien beantworten. Aktuell sind die Aktien 38 Millionen Euro wert, vor 14 Jahren waren es 121 Millionen Euro.

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Der Kreis Soest hält 300.766 RWE-Aktien im Wert von aktuell rund neun Millionen Euro, deren Verkauf ebenfalls mehrfach Thema im Kreistag war, aber nie eine Mehrheit fand. 

Eine wirklich lukrative Anlage ist das Geld nicht mehr. 2009 schüttete der Konzern noch 4,50 pro Aktie aus, aktuell sind es 85 Cent. 2016 und 2017 wurde die Dividende komplett gestrichen.

Der Paderborner Landrat Christoph Rüther sitzt im Beirat der RWE Deutschland AG und könnte, wenn sich die beteiligten Kommunen einig sind, sogar Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen. 

Correctiv-Recherchen zeigen aber, dass dies bislang nie der Fall war. Ganz im Gegenteil:  In die Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy und die Aufteilung mit dem Konkurrenten Eon wurden die Kommunen gar nicht einbezogen und erfuhren davon aus der Zeitung. In anderen Fragen waren Kommunen und Konzern weitgehend einig.

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Gemeinsame Recherche mit Corrective

Diese Recherche ist Teil einer Kooperation der Neuen Regionalen mit Correctiv.Lokal, einem Netzwerk für Lokaljournalismus, das datengetriebene und investigative Recherchen gemeinsam mit Lokalredaktionen umsetzt. Correctiv.Lokal ist Teil des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv, das sich durch Spenden von Bürgern und Stiftungen finanziert. Mehr Infos unter: www.correctiv.org/

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