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Pixabay Symbolfoto eines Feuerwehrmannes
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Die Feuerwehren in Delbrück und Bad Wünnenberg rücken nicht nur aus wenn es brennt, sondern unterstützen bei Bedarf auch den Rettungsdienst. Dafür sind die Kameraden speziell ausgebildet. Seit 25 Jahren gibt es das Konzept der Notfallretter jetzt bereits.
Kreis Paderborn

Diese Helfer kommen, wenn kein Rettungsdienst verfügbar ist

Dienstag, 7. Januar 2020 von NR Redaktion

Es kann jederzeit passieren: Ein Patient erleidet einen Herzstillstand, aber alle Rettungsdienste sind anderswo im Einsatz. Muss der Patient jetzt warten? Nein! Bereits seit 25 Jahren gibt es im Kreis Paderborn ein ausgeklügeltes Konzept von Notfallhelfergruppen, die dann zum Einsatz kommen. Doch dies ist nicht der einzige Fall, wodurch sich wohl die hohen Einsatzzahlen erklären lassen.

Das Silberjubiläum der Notfallhelfer stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs vom Verband der Feuerwehren (VdF) im Kreis Paderborn am Montag (6. Januar), zu dem Elmar Keuter, Vorsitzender und Kreisbrandmeister, rund 100 Feuerwehrleute in der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden begrüßte.

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Den Anfang bei den Notfallhelfern machte der Löschzug Buke der Freiwilligen Feuerwehr Altenbeken im Mai 1994. Die Kameraden haben dort bislang 725 Einsätze absolviert. Es folgten Einheiten in Hövelhof, Delbrück, Bad Wünnenberg und das Notfallhelfersystem in Lichtenau.

Einer der größten Einsätze im vergangenen Jahr, war das Busunglück Schulbusunfall bei Grundsteinheim. Foto: Polizei Paderborn

Neben ihren Einsatz als First Responder, wenn wie erwähnt kein Rettungsdienst verfügbar ist, rücken die Notfallhelfer oft auch dann aus, wenn mehrere Patienten zu versorgen sind. Ziel der Notfallhelfer oder First Responder ist die Verkürzung des so genannten „therapiefreien Intervalls“ bei der Versorgung.

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Die Notfallhelfer haben eine rettungsdienstliche Ausbildung von mindestens 160 Stunden absolviert und sind auch in die Konzepte für einen Massenfall an Verletzten eingebunden.

In seinem Jahresrückblick betonte Keuter, dass die Feuerwehren im Kreis Paderborn im vergangenen Jahr zu 3.225 Einsatzstellen im abwehrenden Brandschutz und zu Hilfeleistungen ausrückten. Damit wurde die Einsatzzahl des Jahres 2018 noch um 56 Einsätze übertroffen. Wörtlich fügte Keuter hinzu: „Das entspricht im Durchschnitt neun Einsätzen pro Tag“.

Zu den größten Einsätzen des vergangenen Jahres zählen der Schulbusunfall bei Grundsteinheim Anfang April, bei dem 35 Personen verletzt worden, sowie große Waldbrände in Kleinenberg und Bad Wünnenberg, bei denen jeweils mehr als 200 Kräfte im Einsatz waren. In diesem Zusammenhang lobte Keuter den neugebildeten Löschwassertransportzug als „wunderbares Instrument der kommunalen Zusammenarbeit im Kreis Paderborn“

Die Feuerwehr Bad Wünnenberg kämpfte im Sommer gegen einen Waldbrand.
Foto: Feuerwehr Bad Wünnenberg

Der Verband der Feuerwehren zählte zum Ende des vergangenen Jahres 4.436 Mitglieder – davon waren 2.746 aktiv in den Einsatzabteilungen. Der Jugendfeuerwehr gehören 478 Mitglieder an, was einem Plus von 41 Nachwuchslöschern entspricht. 336 Mitglieder des Verbandes sind weiblich.

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836 Feuerwehrleute drückten bei 42 Lehrgängen die Schulbank, 1.134 Einsatzkräfte legten erfolgreich die Belastungsprobe in der Atemschutzübungsstrecke ab, und 229 Feuerwehrleute gingen in der Realbrandausbildungstrecke buchstäblich durchs Feuer. Im kommenden soll die Zahl der Ausbildungsplätze nochmals ansteigen. Der Kreisverbandstag findet in diesem Jahr in Paderborn-Elsen statt, der Leistungsnachweis wird in Delbrück-Lippling ausgetragen. Zum Seniorennachmittag trifft sich die Feuerwehrfamilie im Herbst in Büren.

Urkunden vom Vorsitzenden Elmar Keuter (r.) gab es auch für Christian Fortmeier, Björn Steinkemper und Torsten Napierala. Foto: VdF/Ralph Meyer

Vize-Landrat Wolfgang Weigel kündigte an, dass sich die Erweiterung der Leitstelle im Planungsstadium befindet. Erneuert wird in der Kreisfeuerwehrzentrale, die seit Jahresbeginn unter der Leitung von Marc Hammerstein steht, die Schlauchpflegeanlage. Außerdem wird ein Löschfahrzeug für Ausbildungszwecke beschafft. Weigel hatte zustimmende Lacher auf seiner Seite, als er betonte, die Kreisfeuerwehrzentrale sei viel wichtiger als das Paderborner Kreishaus.

Ausgezeichnet: Vorsitzender Elmar Keuter (l.) und Hubert Halsband (r.), Geschäftsführer im Verband der Feuerwehren im Kreis Paderborn, zeichneten Matthias Strunz aus Delbrück mit der Ehrennadel des Verbandes aus. Foto: VdF/Ralph Meyer

Beim Neujahrempfang wurde Brandoberinspektor Matthias Strunz aus Delbrück, Leiter der ABC-Einheiten im Kreis Paderborn, mit der Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehren im Kreis Paderborn ausgezeichnet. Bei der Umstrukturierung der ABC-Einheiten war Strunz die treibende und lenkende Kraft. Unter dem „Dach“ der ABC-Einheiten sind nun die Fachgebiete Gefahrenabwehr, Messen, Dekon und Warnen vereint. Auch wurde im vergangenen Jahr das Konzept „Grundausrüstung für den ABC-Schutz“ für alle Wehren im Kreis mit dem dazugehörigen Ausbildungskonzept verabschiedet.

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