arrow_back
Drei Männer in einem Gewächshaus mit Erdbeeren im Vordergrund
Foto: Johannes Büttner
Die ersten Erdbeeren sind zwar schon reif, aber Selbstpflücker können erst ab dem nächsten Jahr in die Gewächshäuser von Josef Kneer, Burkhard Hesse und Fabian Karthaus (v.l.).
Büren

Diese Gewächshäuser in Büren sind echte Prototypen

Samstag, 8. August 2020 von Johannes Büttner

Gute Ideen und ein mutige Partner – wenn beides zusammenkommt, dann kann etwas Interessantes daraus entstehen. So wie in Steinhausen. Hier haben die jungen Landwirte Fabian Karthaus und Josef Kneer auf ihrer Suche nach einem zweiten Standbein einen ganz neuen Weg eingeschlagen.

Sie haben zwei große Gewächshäuser gebaut, deren Bedachung aus lichtdurchlässigen Photovoltaik-Modulen besteht – eine absolute Besonderheit auf dem Photovoltaik-Markt.

Anzeige

Gute Ideen und ein mutige Partner – wenn beides zusammenkommt, dann kann etwas Interessantes daraus entstehen. So wie in Steinhausen. Hier haben die jungen Landwirte Fabian Karthaus und Josef Kneer auf ihrer Suche nach einem zweiten Standbein einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Sie haben zwei große Gewächshäuser gebaut, deren Bedachung aus lichtdurchlässigen Photovoltaik-Modulen besteht – eine absolute Besonderheit auf dem Photovoltaik-Markt.

Sie haben zwei große Gewächshäuser gebaut, deren Bedachung aus lichtdurchlässigen Photovoltaik-Modulen besteht – eine absolute Besonderheit auf dem Photovoltaik-Markt.

Anzeige

Da beide Betriebe Ackerland am Triftweg besitzen, war eine geeignete Fläche für solche Gewächshäuser schnell gefunden. Mit ins Boot holten die Landwirte Burkhard Hesse, Inhaber des in Steinhausen ansässigen Unternehmen Hesse OHG, Spezialist für Photovoltaik. Das gesamte Projekt wurde von den Investoren privat und ohne öffentliche Zuwendungen finanziert.

„Wir haben lange gemeinsam an einer Lösung für unsere Idee getüftelt“, erinnert sich Fabian Karthaus. Ein Hauptproblem war es, eine Photovoltaikanlage zu installieren, die sowohl leistungsstark ist, genügend Licht durchlässt, begehbar ist und zudem das Regenwasser auf die Pflanzen leitet. Beispiele, wie so etwas gelingen kann, habe man auch im Internet nicht gefunden. Offenbar sind die Steinhäuser Gewächshäuser echte Prototypen.

Die Lösung bestand schließlich darin, dass pro Gewächshaus auf einer Grundfläche von je 60 mal 70 Metern 340 Metallstützen aufgestellt wurden und diese mit angeschraubten Trägern verbunden wurden. Darauf wurden dann sogenannte Bifacial-Module als Giebeldach aufgestellt.

„Die Module liefern eine Leistung von 740 KW und verhindern durch ihre spezielle Bauweise, dass es in den Gewächshäusern zu einem Hitzestau kommt“, erklärt Burkhard Hesse. Die erzeugte Energie wird sowohl für den Selbstgebrauch verwendet wie auch an das Stromnetz abgeführt.

Anzeige

Das Oberflächenwasser wird zur Bewässerung der Pflanzen in das Gewächshaus abgeleitet. Damit die Pflanzen auch in der Trockenphase genügend Wasser erhalten, wurde zusätzlich ein Bewässerungssystem angelegt.

In den Gewächshäusern sind in einem Abstand von 3,50 Metern rund 60 Meter lange Dämme aus regionalem Kompost aufgeschüttet worden. Auf diese Dämme wurden dann über 5.000 Heidelbeer-, Himbeer- und Erdbeerpflanzen aus heimischem Kulturgut eingesetzt.

Inzwischen leuchten schon die ersten Erdbeeren, und auch die anderen Pflanzen haben bereits Wurzeln geschlagen. Ab der nächsten Saison können dann Selbstpflücker in den Genuss des Obstes aus Steinhausen kommen.

AGB Impressum Datenschutz Kontakt
close
In die Zwischenablage Instagram Whatsapp E-Mail