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Foto: Agentur für Arbeit
Borchener Steuerberater Jakob Heinrich (links) und Frank Großpietsch (rechts) mit Ihrer zukünftigen Auszubildenden Johanna Curth (Mitte).
NR-Land

Diese Ausbildung ist auch unter Corona möglich

Freitag, 14. Mai 2021 von NR Redaktion

Einen Ausbildungsplatz finden während der Corona-Pandemie – ist das überhaupt möglich?  Dass es auch unter den erschwerten Rahmenbedingungen möglich ist, das beweist Johanna Curth, die ab August in ihre Ausbildung bei der Lang, Großpietsch und Heinrich Steuerberatungsgesellschaft startet.

Ausbildung in Corona-Zeiten – das ist aussichtslos. Täglich liest man in den Medien von der schlechten wirtschaftlichen Lage, Kurzarbeit, Insolvenzen. „Da ist es kein Wunder, wenn Jugendliche leichter als üblich demotiviert sind. Da reichen dann manchmal schon ein paar Absagen, damit der Mut verloren geht.

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Vorwerfen kann man das den jungen Menschen sicherlich nicht. Es fehlt Hoffnung, es fehlen Mutmacher“, so Markus Beninca, Teamleiter der Berufsberatung im Kreis Paderborn. Er und sein Team beraten und begleiten Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben – so auch Johanna Curth. Ihre Geschichte ist eine Mutmacher-Geschichte.

Die 19-jährige Abiturientin aus Lichtenau beginnt Anfang August ihre Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Eigentlich wollte sie studieren, aber die momentan durchgeführten Online-Semester haben sie umdenken lassen: „Ich wollte dann doch lieber erst eine Ausbildung machen, anstatt zu studieren. Ich habe mich dann informiert, wollte etwas Anspruchsvolles, das mich fordert, und habe mich schließlich für die Ausbildung zur Steuerfachangestellten entschieden.“

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Einen Monat lang schrieb sie viele Bewerbungen. Bewerbungen schreiben, die Zeit zu investieren, das fand sie nicht so schwer. „Schwerer war es, negative, oder sogar gar keine Rückmeldungen zu bekommen.“

Frank Großpietsch ist Steuerberater und Partner der Lang, Großpietsch und Heinrich Steuerberatungsgesellschaft aus Borchen, bei der Johanna Curth im August nun ihre Ausbildung beginnt. Er betont: „Wir kümmern uns immer sofort um Bewerbungen, versuchen am gleichen, spätestens am nächsten Tag anzurufen und auch kurzfristig Gesprächstermine auszumachen.“

Berufsberatungs-Teamleiter Markus Beninca: „Es gibt sie – die Ausbildungsstellen. Die Zahlen beweisen das. Wir haben Stand Ende April fast 1.500 freie Ausbildungsstellen im Hochstift bei uns gemeldet. Laufend kommen neue Ausbildungsstellen hinzu und es gibt noch viel Bewegung – sowohl bei den Bewerbern als auch bei den Ausbildungsstellen. In vielen Bereichen suchen Arbeitgeber auch vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs verzweifelt nach Nachwuchs. Die Möglichkeit, eine duale Ausbildung zu beginnen, ist trotz der Pandemie für die Bewerber sehr gut. Auch ist damit zu rechnen, dass im Herbst die Ausbildung wieder unter normalen Bedingungen erfolgen kann.“

Johanna Curth hat schlussendlich eine Stelle bei der altansässigen Steuerberatungsgesellschaft in Borchen gefunden. Bei ihrem Vorstellungsgespräch war ihr gleich klar, dass der Betrieb und die Arbeitsatmosphäre ihr zusagen. Frank Großpietsch ist aber auch aktuell schon ihr Chef: „Johanna Curth und auch unser anderer neuer Auszubildender arbeiten beide bis zum Start der Ausbildung bereits auf Minijob-Basis hier bei uns. Das entlastet uns, gibt den beiden für die Ausbildung einen Vorsprung in der Praxis und immerhin 450-Euro Lohn.“ Denn sicherlich ist die Steuerberatungs-Branche nicht von der Corona-Pandemie gebeutelt, im Gegenteil: Es gibt mehr Arbeit denn je. Jede helfende Hand ist da willkommen. Aber Auszubildende werden nicht nur bei den Steuerberatern gesucht, weiß Großpietsch selbst: „Viele unserer Mandanten sind Handwerksbetriebe. Und auch die suchen händeringend. Die Investition in Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft des Unternehmens. Ohne Nachwuchs können wir nicht weitermachen.“

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Seine Steuerberatungsgesellschaft selbst habe sicherlich viel zu tun – und ausbilden bedeutet auch, sich um diese jungen Menschen zu kümmern. „Aber das machen wir alle hier gerne. Jeder unserer aktuell sieben Auszubildenden hat sozusagen einen eigenen Ansprechpartner im Haus, der sich kümmert. Aber ab dem zweiten Lehrjahr sind die Auszubildenden dann oft schon eine echte Hilfe und können viele Aufgaben übernehmen“, so Großpietsch.

Johanna Curth berichtet, in ihrem Freundes- und Familienkreis sei der Erfolg bei der Ausbildungsplatzsuche sehr unterschiedlich, bei einigen sei gleich die erste Bewerbung ein Treffer, andere müssen etwas länger suchen. Trotzdem würde Johanna Curth Freunden immer raten: „Seid weiter aktiv! Ich finde es unglaublich wichtig, etwas zu lernen, mich selbst zu finanzieren, auf eigenen Beinen zu stehen. Und das ist nur möglich, wenn man nicht aufgibt und es immer weiter versucht.“ Man könne beispielsweise nach einer Bewerbung auch noch einmal telefonisch beim Betrieb nachhaken, weiß Beninca.

Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind oder weitere Perspektiven für die Zeit nach ihrem Schulabschluss suchen, können sich bei der Berufsberatung telefonisch unter 05251 120 301 oder per Mail unter Paderborn.151-Berufsberatung-vor-dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de melden. Gemeinsam suchen die Berater nach den individuell besten Möglichkeiten auf dem Weg in das Berufsleben.

Unternehmen, die noch Ausbildungsstellen ausschreiben möchten können sich unter 0800 4 5555 20 oder paderborn.arbeitgeber@arbeitsagentur.de an den lokalen Arbeitgeber-Service wenden. Er gibt gerne auch Auskunft über eventuelle Fördermöglichkeiten.

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