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Foto: UVK/Ennepe-Ruhr-Kreis
NR-Land

Deshalb wollen die Ärzte in der Region auch ohne Priorisierung weiter danach arbeiten

Montag, 17. Mai 2021 von NR Redaktion

Noch immer warten viele Bundesbürger sehnlich auf ihre Corona-Schutzimpfung. Es geht voran: In Westfalen-Lippe wurden nun innerhalb eines Tages erstmals 100.000 Corona-Impfungen durchgeführt. Trotzdem wird der Ruf nach einer Aufhebung der Impf-Priorisierung und dem damit verbundenen Zugangs von Impfstoffen für alle immer lauter.

I Insgesamt wurden damit bereits mehr als eine Million Impfungen gegen das Coronavirus in den Arztpraxen im Landesteil Westfalen-Lippe verabreicht. „Die Vertragsarztpraxen sind erst seit Anfang April aktiv an der landesweiten Impfstrategie beteiligt und haben in dieser kurzen Zeit schon einen beachtlichen Impf-Marathon hingelegt. Jetzt braucht es so schnell wie möglich ausreichend Impfstoff, um endlich eine verlässlichere Planung in den Praxen zu ermöglichen und allen impfwilligen Bürgern zeitnah ein Impfangebot machen zu können“, erklärt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) Dr. Dirk Spelmeyer, Dr. Volker Schrage und Thomas Müller.

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Die Vertragsärzte werden aktuell immer wieder mit veränderten oder gekürzten Impfstoffbestellungen konfrontiert, auf die sie keinen Einfluss haben. Diese kurzfristigen Änderungen der bundesweiten Bestellvorgaben bedeuten für die Praxen nicht nur einen organisatorischen Mehraufwand, sondern führen auch zu Diskussionen in den Praxen. „Viele Bürgerinnen und Bürger glauben, dass mit der Aufhebung der Priorisierung für den Impfstoff von AstraZeneca nun auch eine Impfung unmittelbar möglich ist. Die große Anzahl an Anrufen, die die Praxen in den vergangenen Tagen erreicht haben, bestätigt die hohe Nachfrage nach dem Vakzin. Gleichzeitig ist aber die Gesamtmenge des Impfstoffs immer noch be-grenzt, auch für AstraZeneca. In der Konsequenz heißt das, dass nicht alle Impfwünsche unmittelbar erfüllt werden können und die Bürger weiterhin geduldig sein müssen“, so Spelmeyer, Schrage und Müller.

So lange nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, werden die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte aus ethischen Gesichtspunkten – auch bei einer allgemeinen Aufhebung der Impf-Priorisierung – weiterhin vorrangig die älteren und vorerkrankten Patienten impfen. Der KVWL-Vorstand versteht zwar die aufkommende Ungeduld vieler Bürger im Zusammenhang mit den Corona-Impfungen, aber der zunehmende Impfneid sowie die häufig langwierigen Diskussionen belasten das Praxispersonal in dieser herausfordernden Situation zunehmend.

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„Wir haben schwierige Wochen und Monate hinter uns, aber gleichzeitig bewegen wir uns jeden Tag ein Stückchen weiter aus der Pandemie. Eine der wichtigsten Rollen nehmen dabei unsere Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Mitarbeiter ein, denn ohne sie wäre dieser beeindruckende Impffortschritt in unserem Landesteil gar nicht möglich. Bitte haben Sie deshalb Verständnis für die Ärzte und das Praxispersonal, die hier nach wie vor herausragende Arbeit leisten!“, so der KVWL-Vorstand.

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