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Den Kopfweiden geht’s an den Kragen – alles für den Steinkauz

Samstag, 26. Dezember 2020 von Johannes Büttner

Mit einem umfangreichen Schutzprojekt im Paderborner Land will die Stiftung Pro Artenvielfalt heimischen Steinkäuzen und tausenden von Vogel-, Säugetier- und Insektenarten wertvollen Lebensraum sichern.  In Zusammenarbeit mit einem Baumpflegeunternehmen aus Delbrück hat die Stiftung damit begonnen, notwendige Pflegemaßnahmen an mehreren hundert Kopfweiden durchzuführen. Diese Weiden sind bevorzugte Nist- und Brutplätze für Steinkäuze.

„Während früher das Holz der Kopfweiden in erster Linie als Brennholz und zur Herstellung von Handwerksgeräten genutzt wurde, ist der ohnehin schon stark geschrumpfte Bestand ohne notwendige Pflegeschnitte zunehmend bedroht“, sagte Herbert Wolf, seit 45 Jahren Leiter des Kopfweidenpflegeprogramms.

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Mit ihrem Steinkauz-Schutzprojekt im Paderborner Land kümmert sich die Stiftung Pro Artenvielfalt um den Lebensraum der Tiere, von denen es deutschlandweit nur rund 6.000 Brutpaare gibt. „Die Grünland-Niederungsbereiche des nördlichen Kreises Paderborn gehören mit etwa 300 Steinkauz-Brutpaaren auch heute noch zu den gut besiedelten Verbreitungsgebieten des Steinkauzes in NRW“, freut sich  Roland Tischbier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Dank Fördermitteln des Landes NRW und der EU kann die Baumpflege von 726 Kopfweiden finanziert werden. Weitere 106 Kopfweiden und neue Steinkauz-Nistkästen finanziert die Stiftung aus eingeworbenen Spendenmitteln. 

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Nach der Bodenreform in den 1960er bis 1980er Jahren, wo viele Kopfweiden gefällt wurden, sind mit Unterstützung der Grundstückseigentümer, der Kommunen und vieler ehrenamtlichen Helfer im Kreis Paderborn über 17.000 Bäume neu angepflanzt worden.  In einem Zeitraum von acht bis zehn Jahren müssen regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.