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Polizist mit Porträtfoto
Foto: privat
Kriminalhauptkommissar Andreas Michels vom Betrugsdezernat der Paderborner Polizei.
Thema der Woche

Den Betrügern auf der Spur: So ermittelt die Polizei

Sonntag, 26. April 2020 von Franz Purucker

„Die Aufklärungsquote bei Ebay-Betrug und ähnlichem liegt im unteren Prozentbereich“, so Andreas Michels. Der Grund: Ermittlungen in Portalen wie Ebay-Kleinanzeigen sind schwierig und Täter haben es oft einfach.

Selbst für die Eröffnung eines Paypal-Kontos reicht eine einfache E-Mail-Adresse, die sich problemlos bei jedem Provider mit unrichtigen Personaldaten beschaffen lässt.

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Der effektivste Ansatz für die Polizei ist deshalb, der Spur des Geldes zu folgen. Die Kriminellen müssen letztlich in Besitz des ergaunerten Geldes oder der Waren gelangen. Die Polizei erlebt dabei immer wieder Überraschungen. Zwar lassen sich Personen ermitteln, an die das Geld ausgezahlt wird, dies sind aber nicht immer auch die Täter.
Klassisch sind sogenannte Finanzagenten, die ihr privates Bankkonto für Geldtransaktionen zur Verfügung stellen und dafür teilweise sogar einen Arbeitsvertrag haben.

Was sie nicht wissen: Ihr Konto wird für Betrugsstraftaten genutzt. Bis zur Vorladung bei der Polizei vergeht oft viel Zeit, so dass die Täter einige betrügerische Transaktionen durchführen können, bevor der Schwindel auffliegt.

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Es geht noch raffinierter: Erst kürzlich ist eine Paderborner Studentin in den Fokus der Ermittlungen geraten. Mehrere Bankkonten, die auf ihren Namen liefen, wurden für Betrügereien genutzt. In der Vernehmung berichtet die Studentin von einem Nebenjob als App-Testerin. Sie sei sie dafür bezahlt worden, die Kontoeröffnung bzw. das Videochat Verifizierungsverfahren zu testen.

Was sie nicht wusste: Die Konten wurden tatsächlich eröffnet und von den Betrügern genutzt. Mit den Online-Banking-Daten der Konten wurde das ergaunerte Geld weiter transferiert. Eine andere Option: Bestehende Nutzerkonten, insbesondere bei PayPal, ebay, ebay-Kleinanzeigen und Amazon, werden gehackt, etwa durch fingierte E-Mails, sogenannte Phishing Mails, die dazu auffordern, die Zugangsdaten auf wiederum gefälschten Webseiten einzugeben.

Auch wenn sowohl der Finanzagent als auch die App-Testerin selbst von den Tätern betrogen wurden, machen sich beide eventuell wegen Geldwäsche strafbar. Ob es zu einer Verurteilung kommt, entscheidet letztlich das Gericht. Fakt ist: Eine Anzeige lohnt sich immer.

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